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Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert zwei Forschungsgruppen in Köln

Forschungsgruppen untersuchen Probleme der künstlichen Intelligenz bei der Analyse von geodätischen Daten und molekulare Prozesse, die zu Erkrankungen des Bewegungsapparats führen

Die Universität zu Köln beteiligt sich an einer neuen Forschungsgruppe, eine zweite Forschungsgruppe wird weitergefördert, gab die Deutsche Forschungsgemeinschaft bekannt.

Die neue Forschungsgruppe FOR 5361 „Algorithmische Datenanalyse für die Geodäsie (AlgoForGe)“ widmet sich den algorithmischen Herausforderungen grundlegender Probleme der Künstlichen Intelligenz, die bei der Analyse von Daten auftreten. Das zentrale Ziel ist es, die Lücke zwischen der aktuellen Forschung in den Bereichen der Künstlichen Intelligenz und der Geodäsie, der Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche zu schließen und dauerhafte Verbindungen zwischen den beiden Disziplinen herzustellen, um der zukünftigen Forschung zur Automatisierung in der Geodäsie eine solidere algorithmische Grundlage zu liefern. Dabei legen die Forschenden den Fokus auf zwei zentrale Bereiche der Geodäsie, die sich beide mit geometrischen Abstraktionen der realen Welt befassen: die Kartographie und die physikalische Geodäsie.

Die moderne Geodäsie ist eine interdisziplinäre datengetriebene Wissenschaft, die sich mit der Vermessung und der Repräsentation der Erdoberfläche und mit den dynamischen Prozessen, die sich auf ihr abspielen, befasst. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis von gesellschaftlichen Risiken und einer nachhaltigen Zukunft. Geodätische Forscher*innen arbeiten dabei mit einem breiten Spektrum an räumlich-zeitlichen Daten, die natürliche sowie menschen-gemachte Phänomene aufzeichnen (zum Beispiel Messungen des Meeresspiegelanstiegs und Trajektorien von Verkehrsteilnehmern). Dabei nutzen sie vermehrt Methoden aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz.

Die Forschungsgruppe ist an der Universität Bonn angesiedelt, geleitet von Professorin Dr. Petra Mutzel, die Kölner Forschungen werden von Professor Dr. Christian Sohler von der Abteilung für Informatik durchgeführt. Mit ihrer interdisziplinären Forschungsaktivität stärkt sie auch das von den Universitäten Bonn, Köln und dem Forschungszentrum Jülich gegründete Institut CESOC: Center for Earth System Observation and Computational Analytics.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat außerdem die Förderung der Forschungsgruppe 2722 (FOR 2722) „Neue molekulare Determinanten der Homöostase der muskuloskelettalen extrazellulären Matrix – ein systemischer Ansatz“ für weitere drei Jahre bewilligt. Die Forschungsgruppe läuft seit 2019 und wird nun für weitere drei Jahre mit einer Summe von ca. 5 Millionen Euro gefördert. Schwerpunkt der Forschung ist die Aufklärung von molekularen Prozessen, die für die Homöostase der extrazellulären Matrix (ECM) von muskuloskelettalen Geweben verantwortlich sind. Die ECM ist der Teil eines Gewebes, der zwischen den Zellen im Interzellularraum liegt und eine wichtige Funktion für z.B. die Signaltransduktion, die Festigkeit und Formgebung des Gewebes besitzt. Die Forschung widmet sich dem für die Funktionalität des muskuloskelettalen Bewegungssystems verantwortlichen Zusammenwirken von Muskeln, Knorpeln, Knochen und Sehnen, an dem die ECM einen wesentlichen Anteil hat. Das übergreifende Ziel der nächsten Förderperiode ist es zu verstehen, wie die molekularen Prozesse zur Entstehung von muskuloskelettalen Erkrankungen, wie zum Beispiel Osteoporose, Osteoarthrose, Osteogenesis Imperfecta oder Myopathien beitragen, und wie aus diesem neu gewonnenen Wissen neue therapeutische Strategien entwickelt werden können.

Die FOR 2722 arbeitet interdisziplinär und besteht aus etablierten Arbeitsgruppen in Köln, Münster und Frankfurt. Wissenschaftler*innen aus den Bereichen Biochemie, Biomechanik, Entwicklungsbiologie, Humangenetik, Matrixbiologie, muskuloskelettale Biologie und Medizin, aber auch Orthopädie und Pädiatrie arbeiten übergreifend zusammen und ergänzen sich hinsichtlich grundlagenwissenschaftlicher als auch klinisch-anwendungsbezogener Forschung. In Köln sind auch das Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns sowie die Deutsche Sporthochschule Köln involviert.

Sprecher der Forschungsgruppe ist Professor Dr. Bent Brachvogel, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Uniklinik Köln. Co-Sprecherin ist Professorin Dr. Anja Niehoff, Kölner Zentrum für muskuloskelettale Biomechanik (CCMB) und Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Uniklinik Köln sowie Institut für Biomechanik und Orthopädie, Deutsche Sporthochschule Köln.
 

Inhaltlicher Kontakt:

Forschungsgruppe 5361
Bonn:

Professorin Dr. Petra Mutzel
+49 228 73-69917
petra.mutzelSpamProtectioncs.uni-bonn.de

Köln:
Professor Dr. Christian Sohler
Abteilung für Informatik
sohlerSpamProtectioncs.uni-koeln.de

Forschungsgruppe 2722
Professor Dr. Bent Brachvogel
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
Experimentelle Neonatalogie
+49 221 478-6996
bent.brachvogelSpamProtectionuni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Robert Hahn
+49 221 470 3107
r.hahnSpamProtectionverw.uni-koeln.de