zum Inhalt springen

Auszeichnungen und Ehrenämter

Muhammed Demircan, Ramin Ahadi und Professor Dr. Wolfgang Ketter

Muhammed Demircan, Ramin Ahadi und Professor Dr. Wolfgang Ketter vom Kölner Institut für Wirtschaftsinformatik (KIWI) haben den Claudio Ciborra Award für das beste Innovationspapier gewonnen.

Ausgezeichnet wurden die drei Wissenschaftler vom Lehrstuhl Information Systems for Sustainable Society für ihren Forschungsbeitrag zur Analyse multimodaler Fahrzeug-Sharing-Systeme unter Substitutionseffekten. Darin haben sie untersucht, wie mögliche Eingriffe in das Nachfragemanagement die wirtschaftlichen und ökologischen Kennzahlen von Free-Floating-Shared-Vehicle-Plattformen (FFVS-Plattformen) beeinflussen. Beim Free-Floating Sharing können die Fahrzeuge an einem beliebigen Ort innerhalb des Nutzungsgebiets angemietet und wieder abgestellt werden. Der gesamte Prozess vom Suchen über das Mieten bis hin zum Bezahlen wird dabei meist über eine App abgewickelt.
Mithilfe einer Multiagenten-Simulation gelang den Wissenschaftlern eine Quantifizierung der Auswirkungen von nachfragesteuernden Eingriffen auf die Rentabilität und den ökologischen Fußabdruck von FFVS-Anbietern. Dabei konzentrierten sie sich auf zwei wichtige Punkte: die Flexibilität und die Bereitschaft der Nutzer*innen, einen Aufpreis für umweltverträglichere Fahrzeuge zu zahlen. Die Untersuchung zeigte unter anderem, dass es sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch nachteilig ist, nur die Flexibilität der Nutzer*innen in der Wahl ihrer Verkehrsmittel zu erhöhen, da sie meist Fahrzeugoptionen bevorzugen, die im Allgemeinen billiger sind.

Professor Dr. Wolfgang Ketter wurde zudem im Oktober als erster Europäer mit dem INFORMS ISS Practical Impacts Award ausgezeichnet. Mit diesem Preis würdigt die INFORMS Information Systems Society Wirtschaftsinformatiker*innen, deren Arbeit einen besonders großen Einfluss auf die Branche ausgeübt hat. Die INFORMS ist die weltgrößte wissenschaftliche Vereinigung für Management Science und Operation Research.


Steffen Runge, Dr. Matthias Schulz und Professor Dr. Christian Schwens

Steffen Runge, Dr. Matthias Schulz und Professor Dr. Christian Schwens von der Professur für Entrepreneurship und Management wurden mit dem diesjährigen Jürgen Hauschildt Preis ausgezeichnet. Mit dem Preis fördert der Verband der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer für Betriebswirtschaft jährlich Publikationen zum empirisch fundierten Innovationsmanagement.

Gemeinsam haben Runge, Schulz und Schwens untersucht, wie technologische, geografische und Produktmarktüberschneidungen zwischen einem Unternehmen und seinem Allianzpartner die Erfindungsleistung des Unternehmens beeinflussen, indem sie die Lern- und Wettbewerbsspannung in einer Forschungs- und Entwicklungsallianz gestalten. Für die Untersuchung prüften sie ihre Hypothesen anhand eines Datensatzes von 215 Allianzen im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E), die von 94 US-Pharmaunternehmen über einen Zeitraum von 17 Jahren gebildet wurden.

Den Studienergebnissen zufolge sollten sich Unternehmen bei der Bildung von F&E-Allianzen besonders auf Partnerfirmen konzentrieren, mit denen technologische Überschneidungen bestehen. Dadurch ist ein Wissenstransfer zwischen dem Unternehmen und seinem Partner möglich, was die Lernfähigkeit des Unternehmens unterstützen kann.


Professor Dr. Axel Ockenfels

Professor Dr. Axel Ockenfels, Department of Economics, Exzellenzzentrum für Soziales und Ökonomisches Verhalten (C-SEB), hat gemeinsam mit den Professoren Sandro Ambuehl (Universität Zürich) und B. Douglas Bernheim (Stanford University) den reputablen Exeter Prize 2022 für den Fachaufsatz »What Motivates Paternalism? An Experimental Study« erhalten. Der Exeter Prize wird seit 2012 jährlich von der University of Exeter Business School für den besten wissenschaftlichen Artikel aus einem peer-reviewed Journal im Bereich der Experimentellen Ökonomik, Entscheidungstheorie und Verhaltensökonomik verliehen.


Johanna Kuske, Dr. Matthias Schulz und Professor Dr. Christian Schwens

Johanna Kuske, Dr. Matthias Schulz und Professor Dr. Christian Schwens wurden auf der 25. Interdisziplinären Jahreskonferenz zu Entrepreneurship, Innovation und Mittelstand (G-Forum) mit dem »Entrepreneurship Research Newcomer Award 2022« ausgezeichnet. Mit dem Preis wurde ihre Arbeit »Learning to Be Well – How and When Experience of Hybrid Entrepreneurship Shapes Entrepreneurs’ Psychological Well-being« gewürdigt.
Vor einer Unternehmensgründung erfolgt zunächst häufig eine Phase des »hybriden Unternehmertums«. Das heißt, die »Hybrid-Unternehmer*innen« behalten beim Übergang in die Selbständigkeit ihre bisherige Angestelltentätigkeit für eine gewisse Zeit bei. In ihrer Studie untersuchen die Forscher*innen um Johanna Kuske, inwieweit eine hybride Phase Unternehmer*innen helfen kann, ihr psychologisches Wohlbefinden in der anschließenden Umsetzungsphase zu schützen, in der sie sich ausschließlich der unternehmerischen Tätigkeit widmen. Basierend auf Längsschnittdaten einer englischen Panelbefragung zeigen die Wissenschaftler*innen, dass eine Phase in Hybrid-Unternehmertum es den Unternehmer*innen unter bestimmten Umständen ermöglicht zu lernen, mit dem Stress einer unternehmerischen Tätigkeit umzugehen. Hierfür ist aber Voraussetzung, dass die Lernerfahrung während der hybriden Phase nicht durch Fürsorgepflichten für Kinder oder andere Pflegebedürftige eingeschränkt wird.


Professor Dr. Oliver Cornely

Professor Dr. Oliver Cornely, Direktor für Translationale Forschung am Exzellenzcluster für Alternsforschung CECAD und wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Klinische Studien (ZKS) Köln an der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät, hat von der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft e.V. die Johann-Lucas-Schönlein-Plakette verliehen bekommen. Er erhielt sie am 13. September 2022 im Rahmen der 56. Wissenschaftlichen Tagung MYK in Wien. Die Johann-Lucas-Schönlein-Plakette ist eine der höchsten Auszeichnungen im deutschsprachigen Bereich der Mykologie und wird seit 1981 an Mediziner verliehen, die sich in besonderem Maße in der medizinischen Mykologie verdient gemacht haben.

Professor Cornely leitet das Europäische Exzellenzzentrum für invasive Pilzerkrankungen (ECMM) an der Uniklinik Köln und war sechs Jahre lang Präsident dieser Konföderation, die als Dachorganisation von 28 nationalen mykologischen Fachgesellschaften dient. Der Wissenschaftler hat das ECMM »One World One Guideline«-Programm, die ECMM-Academy und die ECMM Excellence Center-Initiative ins Leben gerufen, die nach einem internationalen Auditverfahren klinische und mikrobiologische Exzellenzzentren akkreditiert.


Wanlin Fan

Wanlin Fan, Gastarzt und Doktorand am Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät, ist mit dem Richard Collin Award – dem Nachwuchspreis der European Society of Ophthalmic Plastic and Reconstructive Surgery (ESOPRS) – ausgezeichnet worden. Der Richard Collin Award ist ein Preis für die beste Forschungsarbeit eines jungen Wissenschaftlers auf dem Gebiet der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie in Europa.

Auf der Jahrestagung der ESOPRS 2022 in Nizza (Frankreich) erhielt Wanlin Fan den mit 3.000 Euro dotierten Preis für seine Forschungsarbeit zum Thema »Three-Dimensional Volumetric Measurements for Periocular Tumor Models«. In seiner Arbeit zeigt Fan die hohe und gute Zuverlässigkeit der dreidimensionalen Volumenmessungen für periokuläre Tumormodelle. Diese wichtigen Erkenntnisse ebnen nun den Weg für eine breite klinische Anwendung. Wanlin Fan wird im Zentrum für Augenheilkunde von Professor Dr. Ludwig M. Heindl und Dr. Alexander C. Rokohl betreut und ist auch in die DFG-Forschungsgruppe FOR2240 eingebunden.


Privatdozent Dr. Tim Leschinger

Privatdozent Dr. Tim Leschinger, Geschäftsführender Oberarzt in der Unfallchirurgie, ist auf der Jahrestagung der D-A-CH Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie e.V. (DVSE) mit dem Alwin-Jäger-Videopreis 2022 geehrt worden. Er erhält den mit 2.500 Euro dotierten Preis für seine Arbeit mit dem Titel »Arthroskopische autologe minced cartilage Behandlung eines osteochondralen Defekts am Capitulum humeri«. Dabei handelt es sich um eine spezielle schonende Operationstechnik zur Behandlung von Knorpeldefekten am Ellenbogengelenk.


Professorin Dr. Ute Mons

Professorin Dr. Ute Mons, Leiterin der Arbeitsgruppe Kardiovaskuläre Epidemiologie des Alterns in der Kardiologie im Herzzentrum der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät, ist für eine Amtszeit von zwei Jahren als Nukleus-Mitglied in die Fachgruppe »Population Science and Public Health« der European Association of Preventive Cardiology (EAPC) gewählt worden.

Die europäische Fachgesellschaft mit mehr als 4.000 Mitgliedern hat es sich zur Aufgabe gemacht, Forschung, Aus- und Weiterbildung sowie die Gesundheitspolitik in den Bereichen Herz-Kreislauf-Gesundheit und kardiovaskuläre Prävention zu stärken. Die Fachgruppe »Population Science and Public Health« befasst sich mit der kardiometabolischen Gesundheit auf Bevölkerungsebene sowie mit den zugrundeliegenden sozioökonomischen, umweltbezogenen und lebensstilbedingten Risikofaktoren. Die Förderung von Prävention und die Unterstützung von Gesundheitsberufen, Forschung und Gesundheitspolitik bei ihren Präventionsbemühungen ist eines der Kernziele der Fachgruppe.


Oberärztin Dr. Nadine Ott

Oberärztin Dr. Nadine Ott hat auf der Jahrestagung der D-A-CH Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie e.V. (DVSE) den mit 3.000 Euro dotierten Ellenbogen-Wissenschaftspreis 2022 erhalten. In ihrer ausgezeichneten Arbeit »Die dorsale Fensterung an der proximalen Ulna in der Revisionsprothetik – eine biomechanische Schwachstelle? Eine biomechanische Studie und Finite Elemente Analyse« geht es um die Verbesserung des operativen Vorgehens in Revisionseingriffen bei einliegenden Ellenbogengelenksprothesen.


Professorin Dr. Pia Paffenholz

Professorin Dr. Pia Paffenholz, Oberärztin der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Köln, ist gemeinsam mit Privatdozentin Dr. Marie Christine Roesch (Klinik für Urologie am Universitätscampus Lübeck) von der DGU-Präsidentin Professorin Dr. Margit Fisch mit dem Dora-Teleky-Preis ausgezeichnet worden. Pia Paffenholz ist am 1. Juli 2022 auf die Professur für klinische und translationale Uro-Onkologie (W2) an die Medizinische Fakultät berufen worden.

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) ehrt mit dem Preis wissenschaftlich erfolgreiche Urologinnen. Der Preis erinnert an die jüdische Wiener Urologin Dora-Brücke-Teleky, die 1911 als erste Frau in die Deutsche Gesellschaft für Urologie aufgenommen wurde und sich besonders mit der Urogynäkologie beschäftigt hat.


Dr. phil. Christine Sigrist

Dr. phil. Christine Sigrist, Forschungskoordinatorin in der Arbeitsgruppe Biologische Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät, hat ein Stipendium für das Master of Advanced Studies-Programm »Translational Medicine and Biomedical Entrepreneurship” am renommierten Swiss Institute for Translational and Entrepreneurial Medicine in Bern erhalten.

Dr. Sigrist erhält die mit rund 31.500 Schweizer Franken dotierte Auszeichnung aufgrund ihrer Qualifikation und ihres Engagements im Bereich der translationalen Medizin und der Entwicklung neuer und innovativer Medizinprodukte. Ihr eingereichtes Projekt im Bereich der zirkadianen Medizin hat zum Ziel, die Behandlung von Depressionen im Kindes- und Jugendalter zu verbessern und wurde unter zahlreichen Bewerbungen für den Full Scholarship Award ausgewählt.


Professorin Dr. Nicole Skoetz und Doktorand Marius Goldkuhle M.Sc.

Professorin Dr. Nicole Skoetz, Leiterin der Arbeitsgruppe Evidenzbasierte Onkologie an der Uniklinik Köln, und Doktorand Marius Goldkuhle M.Sc. wurden im Rahmen der Jahrestagung vom Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin mit dem David-Sackett-Preis 2022 ausgezeichnet. Der Preis wird für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Evidenzbasierten Medizin und Gesundheitsversorgung in Forschung und Lehre vergeben und ist mit 2.000 Euro dotiert.

Die Arbeitsgruppe erhält den Preis, weil die Wissenschaftler*innen die oft fehlerhafte Berechnung von Effekten aus Überlebenszeitanalysen in Metaanalysen korrigiert haben. Zudem haben sie dazu beigetragen, dass die Mängel von Überlebenszeitanalysen bei der Erstellung klinischer Leitlinien mehr beachtet werden. Skoetz und Goldkuhle war aufgefallen, dass in vielen Metaanalysen zwar die relativen Effekte richtig bestimmt wurden, dann aber oft falsch in absolute Raten und Effekte umgerechnet wurden. Das Problem liege im Kern darin, dass der Effekt für ein Ereignis und für das Gegenereignis nicht notwendigerweise gleich ist: Wenn zum Beispiel ein neues Medikament das Sterberisiko halbiert, dann verdoppelt dies nicht die Überlebenswahrscheinlichkeit. Das Team der Kölner Uniklinik hatte festgestellt, dass dieses Problem in vielen Metaanalysen einfach ignoriert wurde.


Privatdozent. Dr. Frank Vitinius

Privatdozent. Dr. Frank Vitinius, Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Uniklinik Köln, ist auf dem Kongress der European Association of Psychosomatic Medicine (EAPM) in Wien mit der EAPM-Fellowship geehrt worden. Die EAPM-Fellowship ist eine Anerkennung für herausragende Beiträge auf dem Gebiet der psychosomatischen Forschung und Behandlung. Eine seiner Aktivitäten beim EAPM war die Gründung und Leitung der Special Interest Group Transplantation Medicine.


Dr. Anne Wolf

Dr. Anne Wolf, Lehrstuhl für Experimentelle Immunologie des Auges, erhält für die Förderperiode 2023 von der Firma Bayer Vital GmbH den Förderpreis im Rahmen des »Deutschen Förderprogramms für Augenheilkunde«. Ziel des Preises ist die Unterstützung innovativer klinischer und grundlagenwissenschaftlicher Forschungsprojekte. Der Preis ist mit 50.000 EUR dotiert. Die Preisverleihung erfolgte auf der diesjährigen Tagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin.

Dr. Wolf schlägt mit ihrem Forschungsprojekt »Retinale Mikroglia und deren immunologische Effekte in der AAV-basierten Gentherapie« eine gentherapeutische Richtung ein. Mit dieser Arbeit adressiert Dr. Wolf ein wichtiges und aktuelles Problem in der Behandlung auf Basis adeno-assoziierter Viren (AAV). AAV-Vektoren können im Auge unter bestimmten Voraussetzungen eine unerwünschte Immunreaktion und konsekutiv Entzündungsprozesse auslösen, die sich negativ auf den Behandlungseffekt auswirken. Vorläufige Daten der Kölner Arbeitsgruppe deuten darauf hin, dass residente Mikroglia-Zellen hier immunologisch eine entscheidende Rolle spielen.


Professor Dr. Ulf-Ingo Flügge

Professor Dr. Ulf-Ingo Flügge wurde durch die Deutsche Botanische Gesellschaft auf ihrer diesjährigen Herbsttagung die Simon-Schwendener-Medaille für seine Verdienste zur Förderung der deutschen Pflanzenwissenschaften verliehen.

Professor Flügge habe der molekularen Pflanzenwissenschaft durch seine Forschung zu vielen wertvollen Erkenntnissen verholfen, so Professor Dr. Andreas P.M. Weber in seiner Laudatio. Was wir derzeitig über die metabolische Verknüpfung zwischen Plastiden und dem umgebenden Zytoplasma durch Transportprozesse in Organell-Membranen wissen, gehe zum großen Teil auf Flügges Arbeiten zurück. In diese Kategorie falle zum Beispiel die Identifizierung des ersten intrazellularen Metabolit-Transporters in Pflanzen, des Triosephosphat/Phosphat Translokators. Diese und seine folgenden Entdeckungen hätten zu einem sehr viel tieferen Verständnis der Biochemie und Physiologie von Pflanzen geführt und auch die Entwicklung von leistungsfähigeren und ertragreicheren Nutzpflanzen ermöglicht.


Professor Dr. Dr. (h.c.) Sanjay Mathur

Professor Dr. Dr. (h.c.) Sanjay Mathur, Institut für Anorganische Chemie, wurde von der Chemical Research Society India (CRSI) mit der CRSI Medal 2023 ausgezeichnet.