zum Inhalt springen

Auszeichnungen und Ehrenämter

Am 06. März 2021 verlieh der MNU-Bundesverband den Archimedes-Preis an Prof. Dr. André Bresges für sein vielfältiges und beispielhaftes Engagement für den Physik-Unterricht! Ein Laudatio-Extrakt: Seine Arbeit für die Inklusion im Schüler*innen- und Lehrbereich verdienen große Anerkennung, die digitale Erreichbarkeit und Umsetzung seiner Lehre und Forschung sowie die seines Teams sind herausragend.


Jacob Beautemps

Jacob Beautemps, Doktorand am Institut für Physik und ihre Didaktik, wurde mit dem Fast Forward: Science Preis 2020 des Stifterverbands und des Verbands »Wissenschaft im Dialog« ausgezeichnet. Er erhält den Preis in der Kategorie Vision für sein Video »Können wir uns an den Klimawandel anpassen?« auf seinem Youtube-Kanal Breaking Lab. Beautemps erklärt in seinem 16-minütigen Video unter anderem, wie die Menschheit mit den durch den Klimawandel veränderten Lebensbedingungen umgehen kann. Beautemps promoviert zum Thema »Lernen mit Videos«.


Professor Dr. Claus Cursiefen, Direktor des Zentrums für Augenheilkunde der Uniklinik Köln, wurde von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) auf ihrer 118. Jahrestagung in Berlin zum Generalsekretär der Gesellschaft gewählt – zunächst für vier Jahre. Die DOG ist die sachverständige Vertretung der wissenschaftlichen Augenheilkunde und mit über 7.750 Mitgliedern die älteste augenfachärztliche Gesellschaft der Welt. Ziele für seine Amtszeit sind laut Cursiefen vor allem die Stärkung der augenheilkundlichen Forschung und die Internationalisierung der Gesellschaft.


Professorin Dr. Sabine Eming, Dermatologin an der Medizinischen Fakultät und Mitglied der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät (Doppelmitgliedschaft), wurde in die Leopoldina, die Nationale Akademie der Wissenschaften, aufgenommen. Neben ihrer Tätigkeit als Leitende Oberärztin in der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie und als Leiterin des Interdisziplinären Wundzentrums ist Professorin Eming Projektleiterin im Exzellenzcluster CECAD für Alternsforschung, dem Center for Molecular Medicine Cologne, mehreren Sonderforschungsbereichen und Forschungsgruppen sowie Initiatorin und Leiterin klinischer Studien. Eming erforscht schwerpunktmäßig die molekularen Grundlagen der Geweberegeneration, Entzündungsmechanismen und ihre Translation in die klinische Anwendung.


Privatdozent Dr. Henning Hagmann, Oberarzt in der Klinik II für Innere Medizin, ist mit dem Apherese-Innovationspreis der Hans und Marlies Stock-Stiftung für seine Forschung im Bereich der Präeklampsie ausgezeichnet worden. Die teils lebensbedrohlich verlaufende Erkrankung ist die weltweit führende Ursache der Frühgeburtlichkeit und maternalen Sterblichkeit. Die vorzeitige Entbindung stellt noch immer die einzige Therapieoption dar. Im vergangenen Jahrzehnt konnte die molekulare Pathogenese der Präeklampsie entschlüsselt werden, sodass nun der Fokus auf der Entwicklung gezielter Therapiestrategien liegt. Nach zwei erfolgreichen translationalen Pilotstudien zur ladungsabhängigen Elimination des krankheitsauslösenden zirkulierenden Faktors sFlt-1 mittels Dextran-Sulfat Apherese, hat Dr. Hagmanns Arbeitsgruppe nun einen bindungsoptimierten VEGF-basierten Liganden generiert. Dieser erlaubt die spezifische und hocheffiziente Adsorption von sFlt-1 und setzt zusätzlich durch kompetitive Bindung natives VEGF und PIGF frei. Damit sind diese Moleküle am vielversprechendsten für die Apheresebehandlung von Patientinnen mit Präeklampsie.


Dr. Friedrich Felix Hoyer, ärztlicher und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Klinik III für Innere Medizin im Herzzentrum der Uniklinik Köln, ist von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie mit dem Forschungspreis der AG 23 Herz und Diabetes auf der diesjährigen Jahrestagung ausgezeichnet worden. Er erhält den mit 5.000 Euro dotierten Preis für seine Forschung an Prozessen, welche unter diabetischer Stoffwechsellage Komplikationen des Herz-Kreislauf-Systems beeinflussen. Dr. Hoyer hat an diabetischen Mäusen untersucht, inwiefern der Diabetes mellitus das Verhalten von Endothelzellen im Knochenmark beeinflusst. Messungen an humanen diabetischen Proben deuten ferner daraufhin, dass dieselben Signalwege auch im Menschen eine Rolle spielen könnten. Die Regulation der Produktion von weißen Blutkörperchen stellt einen interessanten Ansatz dar, welcher zukünftig zu einer Reduktion kardiovaskulärer Komplikationen in Patienten mit Diabetes mellitus beitragen könnte.


Professor Dr. Wolfgang Ketter, Direktor des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln, wurde im Dezember 2020 gleich dreifach ausgezeichnet. Sein Team und er erhalten den Runner-up Award des diesjährigen »INFORMS Wagner Prize for Excellence in the Practice of Advanced Analytics and Operations Research«. Dieser gilt als eine der höchsten Auszeichnungen für anwendungsbezogene Projekte in diesem Bereich. Ketter erhält den Preis für seine anwendungsbezogene Forschung zur Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs in Rotterdam (Niederlande), gemeinsam mit Ayman Abdelwahed, Pieter L. van den Berg und Tobias Brandt (alle Erasmus University Rotterdam) sowie Judith Mulder (Rotterdamse Elektrische Tram).

Außerdem hat Ketter zusammen mit internationalen Kolleginnen und Kollegen den Runner-up Award der AIS Special Integrest Group on Green Information Systems (SIGGREEN) gewonnen. In ihrem Papier hat das Forschungsteam ein Modell entwickelt, das empirisch testet, welchen Einfluss die Einstellungen von Software-Agenten auf ihre Preiserwartung bei Stromverkäufen haben.

Darüber hinaus wurde Professor Ketter mit dem AIS Impact Award 2020 ausgezeichnet, einem der wichtigsten Preise der Wirtschaftsinformatik weltweit. Diesen Preis erhält Ketter für seine Arbeit »Artificial Intelligence in the Floriculture Chain« gemeinsam mit seinen Kollegen Alok Gupta (University of Minnesota, USA), Yixin Lu (The George Washington University School of Business, USA), Huong May Truong (Erasmus University, Rotterdam, Niederlande) und Eric van Heck (Erasmus University).


Professor Dr. Roman-Ulrich Müller, Oberarzt in der Klinik II für Innere Medizin, ist von der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie der Carl-Ludwig-Preis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Nieren- und Hochdruckkrankheiten verliehen worden. Der Preis zeichnet seine Arbeiten in der translationalen nephrologischen Forschung aus. Seine Gruppe verwendet verschiedene Modellorganismen in Kombination mit state-of-the-art Methoden der RNA-Biologie, um den Einfluss des zellulären Stoffwechsels auf Nierenerkrankungen besser zu verstehen. Insbesondere spielt hier die Frage, wie eine Erhöhung der zellulären Stressresistenz vor Nierenschädigung schützen kann, eine wichtige Rolle. Diese Ansätze werden parallel aktiv in klinische Studien übertragen.


Professorin Dr. Dr. Frauke Rostalski, Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung, wurde mit dem European Women of Legal Tech Award 2020 der Kategorie »Academia & Education« ausgezeichnet. Die digitale Preisverleihung fand am 26. November 2020 statt. Die Women of Legal Tech Awards wurden von Hogan Lovells, Bryter und der European Legal Tech Association initiiert. Sie sollen Frauen, die in besonderem Maße zur Entwicklung der Legal Tech-Branche beitragen, und ihren Leistungen mehr Sichtbarkeit verschaffen. 
Mit der Verleihung des Preises an Rostalski wird ihr breites Wirken im Bereich der Digitalisierung gewürdigt. Sie ist Gründerin des Legal Tech Lab Cologne und der interdisziplinären Forschungsstelle für Recht und Ethik der digitalen Transformation. Darüber hinaus wirkt sie unter anderem bei der Entwicklung eines elektronischen (Straf-)Gerichtssaals der Zukunft sowie bei dem interdisziplinären Forschungsprojekt KI.NRW mit, in dem eine einheitliche Zertifizierung für vertrauenswürdige Künstliche Intelligenz (KI) geschaffen werden soll. Zudem entwickelt sie gemeinsam mit dem Fraunhofer IAIS im Rahmen des Projektes »Smart Sentencing« eine Legal Tech-basierte Datenbanklösung, die richterliche Strafzumessungsentscheidungen transparent macht.


Dr. Dr. Philipp Schommers, Assistenzarzt an der Klinik I für Innere Medizin, ist von der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (PEG) mit dem Wolfgang Stille-Wissenschaftspreis 2020 ausgezeichnet worden. Er erhält den mit 10.000 Euro dotierten Preis für seine Forschung an neuen Antikörper-Therapien gegen HIV-Infektionen. In einer im Februar dieses Jahres in der renommierten Zeitschrift »Cell« veröffentlichten Originalarbeit »Restriction of HIV-1 Escape by a Highly Broad and Potent Neutralizing Antibody« beschrieb Schommers die Identifizierung eines äußerst wirksamen neuen breit-neutralisierenden Antikörpers gegen HIV. Dieser Antikörper namens 1-18 ist gegen die CD4-Bindungsstelle des HIV Hüllproteins gerichtet. Er zeigte bereits bei geringen Konzentrationen eine große Wirkung und war gegen 97 Prozent der getesteten HIV-Varianten aktiv. Im Gegensatz zu bereits publizierten neutralisierenden Antikörpern führt 1-18 unter Therapiebedingungen im Mausmodell zu keinen »Fluchtmutationen« beim HI-Virus. Durch diese langanhaltende Unterdrückung der Virusvermehrung hat 1-18 ein großes Potenzial, erfolgreich zur Prävention und der zukünftigen Therapie der HIV-Infektion eingesetzt zu werden.