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Neue ProfessorInnen

Professorin Dr. Natalia Kononenko, seit 2016 Forschungsgruppenleiterin am Exzellenzcluster CECAD für Alternsforschung, hat zum 1. Oktober 2020 eine W2-Professur für Molekulare und Zelluläre Physiologie an der Medizinischen Fakultät angetreten. Die Professur mit Tenure Track ist Teil des geplanten Zentrums für Biomedizin an der Universität. Das Zentrum soll Exzellenz und Interdisziplinarität in Forschung und Lehre fördern und die vorklinischen Institute in eine gemeinsame Struktur zusammenfassen. Kononenko wird in ihrem neuen Aufgabenbereich zudem Lehrveranstaltungen in Physiologie anbieten. Darüber hinaus wird sie im neuen Neuro-Sonderforschungsbereich 1451 »Schlüsselmechanismen normaler und krankheitsbedingt gestörter motorischer Kontrolle« mitwirken.

Die in Kaliningrad (Russland) geborene Wissenschaftlerin forscht in den Bereichen Bewegungssteuerung und Neurodegeneration und leitet seit 2016 am CECAD das Labor »Zelluläre und molekulare Mechanismen der Neurodegeneration«. Mit Hilfe genetisch veränderter Mauslinien untersucht sie die zellulären Mechanismen, die den Gehirnzellen beim Überleben helfen, darunter Autophagie und Endozytose. Darunter versteht man grundlegende chemische und biologische Prozesse, die miteinander vernetzt sind und als Einheit zusammenwirken, um neuronale Funktionen aufrecht zu erhalten. Erkenntnisse über die Autophagie und Endozytose sind für das Verständnis altersassoziierter neurodegenerativer Erkrankungen von großer Bedeutung.

Natalia Kononenko studierte von 1996 bis 2001 Biologie an der Kaliningrad State University in Russland. 2005 promovierte sie mit Auszeichnung in Human- und Tierphysiologie an der Russischen Akademie der Wissenschaften/Koltzovs Institut für Entwicklungsbiologie in Moskau. Von 2005 bis 2007 forschte sie an der Freien Universität Berlin mit einem Alexander von Humboldt Postdoc Stipendium. Nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt in Norwegen arbeitete sie von 2009 bis 2015 in der Biochemie und Zellbiologie der Medizinischen Fakultät der Charité und am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie in Berlin. 


Dr. Dominik Pesta hat am 1. November 2020 die W1-Professur für Translationale Stoffwechselforschung Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin, Abteilung Muskel- und Knochenstoffwechsel, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) angetreten. Der 1981 in Österreich geborene Pesta wurde dazu als Juniorprofessor an die Poliklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Präventivmedizin der Universität zu Köln berufen und nach dem Jülicher Modell als Arbeitsgruppenleiter an das DLR beurlaubt. Dort bestehen mit der Forschungseinrichtung »envihab« exzellente Möglichkeiten für humane Stoffwechselforschung. Über die neu geschaffene Professur sollen interdisziplinäre Forschungsansätze innerhalb des DLR am Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin intensiviert werden. Pesta wird diese Aktivitäten koordinieren. Ziel ist es, durch ein besseres Verständnis von Stoffwechselveränderungen – verursacht beispielsweise durch körperliche Inaktivität oder bestimmte Stoffwechselerkrankungen – gezielte Gegenmaßnahmen mit Potential für Luft- und Raumfahrt und zur Erhaltung der gesunden Lebensspanne auf der Erde abzuleiten.

Dr. Pesta hat an der Universität Innsbruck (Österreich) die Studiengänge Sportwissenschaften sowie Molekulare Zell- und Entwicklungsbiologie – beide mit Auszeichnung – abgeschlossen und danach in seiner Promotion an der Medizinischen Universität Innsbruck Fragen zum Thema Muskelstoffwechsel untersucht. Von 2012 bis 2014 war er, unterstützt durch ein Erwin-Schrödinger-Forschungsstipendium des österreichischen Wissenschaftsfonds, in der Gruppe von Gerald Shulman an der Yale Universität in den USA tätig. Dort forschte er an molekularen Mechanismen, welche zur Ausbildung von Insulinresistenz in Leber und Muskeln sowie der Entstehung von Typ 2 Diabetes beitragen können. Anschließend erforschte er am Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf in der Gruppe von Michael Roden Stoffwechselveränderungen, die durch gezielte Lebensstilinterventionen hervorgerufen werden. Darüber hinaus engagiert sich Pesta besonders in der Lehre und setzt dort auch moderne Vermittlungsmethoden wie E-Learning, Action Learning sowie verschiedene visuelle Hilfsmittel zur Veranschaulichung von komplexen Lerninhalten ein.