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Was kann man denn damit werden? Archäologie

Auf welche Möglichkeiten des Broterwerbs unsere Studiengänge vorbereiten

Haben Sie im Kindergarten gerne mit der Schaufel im Sandkasten gegraben und möchten dieses Hobby nun zum Beruf machen? Dann ist dieser Studiengang auf jeden Fall der richtige für Sie – obwohl es um ein bisschen mehr geht als das fröhliche Beiseiteschaufeln kleinkörnigen Materials. Wir bringen Studiengänge auf den Punkt und sorgen für Aufklärung.


Archäologie, oder griechisch die »Lehre von den Altertümern« befasst sich mit den materiellen Hinterlassenschaften von Menschen. Deren kulturelle Entwicklung zeigt sich nicht nur in großen, erhabenen Bauwerken wie den Pyramiden, sondern auch in ganz profanen Dingen: Waren die Dinge, die zur Römerzeit in den Rhein geworfen wurden, rituelle Gegenstände oder einfach nur Müll? Was sagen diese Dinge über die Menschen jener Zeit aus, was dachten und taten sie, wie wirtschafteten und lebten sie?

Nachdem Archäolog*innen dem Erdreich die Hinterlassenschaften der vergangenen Kulturen abgerungen haben, werden diese dokumentiert, datiert, interpretiert und rekonstruiert. Dies ist notwendig, um die Objekte in ihrem jeweiligen kulturellen und historischen Kontext verstehen zu können. Diese Arbeit findet im Feld, in Museen, in Laboren oder in Bibliotheken statt. In der modernen Archäologie werden dabei inzwischen ganz unterschiedliche Methoden aus den Geistes- und Naturwissenschaften eingesetzt, da die komplexen Fragen an unsere Vergangenheit ohne die Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen kaum zu beantworten wären.

In Köln finden Studierende ein im deutschlandweiten Vergleich besonders differenziertes und umfangreiches Forschungs- und Lehrprofil vor. Insbesondere sind die Klassische Archäologie, die Archäologie der Römischen Provinzen, die Ur- und Frühgeschichte sowie die Ägyptologie vertreten. Was sie am Studium schätzen und in welchen Berufszweig es sie verschlagen hat, erzählen diejenigen, die es wissen müssen.
 

Das sagt der Absolvent:

Lennart Niehues arbeitet heute als wissenschaftlicher Mitarbeiter/Lehrstuhlassistent an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Das Studium der Archäologie sollte zunächst nur eine Zwischenlösung sein. Ich wollte ein Fach, das sich gut mit meinem »Hauptfach« Alte Geschichte kombinieren ließ. Mein Ziel war damals noch das Lehramt. Nach kurzer Zeit hat mich aber die handfeste Arbeitsweise gepackt: Schon im Studium haben mich Exkursionen und Feldforschungsprojekte quer durch Europa und in den Nahen Osten geführt, wo ich das Erlernte unmittelbar anwenden konnte – oft im allerersten Kontakt mit archäologischen Objekten. Nach einem 2-Fach-Bachelor (mit Abschluss in Klassischer Archäologie) bin ich für den Master vollends auf die Archäologie umgeschwenkt – und habe diese Entscheidung nie bereut, auch wenn ich zunächst nicht wusste, wohin sie mich führt.

Während das breite Angebot an Lehrveranstaltungen die fachlichen Grundlagen geboten hat, war jeder von uns selbst dafür verantwortlich, eigene Interessen auszubilden und durch die gezielte Wahl von Kursen weiterzuentwickeln. Zusätzlich konnte ich, etwa bei Bodendenkmalpflegeämtern und auf archäologischen Ausgrabungen, berufsbezogene Erfahrungen sammeln und mein Wissen vertiefen. Die Mitarbeit in der Fachschaft hat ihr Übriges zur Vernetzung getan und tiefe Einblicke in das Instituts- und Universitätsleben geboten. Das Studium hat es mir letztlich ermöglicht, eine ganz persönliche Spezialisierung zur materiellen Kultur des 1. Jahrhunderts n. Chr. und zu römischen Metallobjekten im Allgemeinen auszubilden.

Heute lehre ich selbst an der Universität, berate Studienanfänger*innen zum Fach oder organisiere und leite Feldforschungsprojekte und Exkursionen. Dabei kann ich die Inhalte aus meinem Studium direkt anwenden und weiterentwickeln. Insbesondere die Vermittlung wissenschaftlichen Arbeitens nimmt in Zeiten von ChatGPT einen immer höheren Stellenwert ein. Letztlich ist es die Kombination aus archäologischer Forschung und Lehre, die für mich den besonderen Reiz ausmacht.
 

Das sagt die Studentin:

Loxy Diercks studiert im Bachelor Archäologie und ist Mitglied in der Fachschaft.

Wissen über alte Kulturen zu erlangen und etwas über unsere Vergangenheit zu lernen, daraus aber auch Wissenswertes für unsere Gegenwart und Zukunft ziehen zu können, ist unglaublich spannend. Bei einer Ausgrabung weiß man trotz modernster Techniken, die einem erlauben im Vorfeld unter die Oberfläche zu blicken, nie zu hundert Prozent, was einen erwartet. Natürlich ist es ein großartiges Gefühl, die erste Person zu sein, die ein Artefakt nach hunderten von Jahren in den Händen hält, oder ein Gebäude zu untersuchen, das vielleicht einst das Zuhause von jemandem gewesen ist. Besonders interessant sind dabei die alltäglichen Gegenstände.

Jeder Befund und jedes Fundstück ist wie ein Puzzleteil, welches dabei helfen kann, das Bild einer vergangenen Kultur zusammenzusetzen. Archäologie bedeutet für mich, Wissen zu sammeln und anzuwenden, den Blickwinkel auch mal zu verändern, sich in Menschen der Vergangenheit hineinzuversetzen und mit ihren Augen zu sehen.

Das Studium gibt mir die Möglichkeit, neben vielen lehrreichen Seminaren zu den theoretischen Inhalten auch praktische Kurse zu belegen. Neben Einheiten zur archäozoologischen Bestimmung von Tierknochen, zu Pollenanalysen, Glas, Keramik und zur Bodenkunde vermitteln Ausgrabungsprojekte die praktische Arbeit im Feld. Hier kann man sowohl im deutschsprachigen Raum als auch in Mittelmeerländern wie Spanien, Italien und Israel den Grabungsalltag kennenlernen. Exkursionen führen zudem zu den verschiedensten Museen und archäologischen Denkmälern. Ich habe vor, auch meinen Master an der Uni Köln zu machen und würde nach dem Studium gerne in die praktische Arbeit gehen.

 

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Weitere Informationen zum Studiengang