Uni Köln News https://portal.uni-koeln.de/ Nachrichten und Pressemeldungen aus der Universität zu Köln de_DE Universität zu Köln Fri, 02 Dec 2022 14:01:44 +0100 Fri, 02 Dec 2022 14:01:44 +0100 TYPO3 EXT:news news-8404 Fri, 02 Dec 2022 08:22:52 +0100 Protein mit Qualitätsbewusstsein https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/protein-mit-qualitaetsbewusstsein Forschende haben entdeckt, dass der Signalpeptidasekomplex, ein Enzym in unseren Zellen, die Qualitätskontrolle von Membranproteinen durchführt. Die Entdeckung dieser neuen Funktion eines Schlüsselenzyms in der Zellbiologie wurde in der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlicht und könnte neue therapeutische Ansätze bei Alzheimer und anderen Krankheiten ermöglichen, bei denen Proteine fehlerhaft gefaltet werden. Ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftler*innen in Köln, Heidelberg und München hat eine neue Funktion eines altbekannten Enzyms entdeckt: Der Signalpeptidasekomplex im endoplasmatischen Retikulum spaltet fehlerhafte Membranproteine und leitet dadurch deren Abbau ein. Das endoplasmatische Retikulum in unseren Zellen ist für die Produktion und Kontrolle von Proteinen verantwortlich, die sezerniert, also von dieser Zelle freigesetzt werden. Der Signalpeptidasekomplex schneidet die Polypeptidketten, um die dafür nötigen Signalpeptide zu entfernen. Diese Signalpeptide ermöglichen es den Proteinen überhaupt erst, das endoplasmatische Retikulum zu erreichen, sodass die gereiften Proteine ihre spezifischen Funktionen erfüllen können. Ein Forschungsteam unter der Leitung von Matthias Feige, Professor für Zelluläre Proteinbiochemie an der Technischen Universität München, und Marius Lemberg, Professor für Biochemie an der Universität zu Köln, hat nun entdeckt, dass der Signalpeptidasekomplex für einen weiteren Schlüsselprozess der Zellbiologie verantwortlich ist: Er kontrolliert die Qualität von Membranproteinen. Das Forschungsergebnis ist unter dem Titel „The Human Signal Peptidase Complex Acts as a Quality Control Enzyme for Membrane Proteins“ in der Fachzeitschrift Science erschienen.

Jede Zelle ist von einer Lipiddoppelschicht umgeben, die das Innere der Zelle schützt. Eine Vielzahl von Zellfunktionen ist von einem geregelten Transport von Molekülen und Signalen durch diese Isolierschicht abhängig. Membranproteine sind in diese Lipiddoppelschicht integriert und erfüllen diese Funktionen. Sie sichern das Überleben der Zelle und dienen als wichtigste Ansatzpunkte für Medikamente. Um richtig zu funktionieren, müssen Membranproteine definierte dreidimensionale Strukturen mit atomarer Präzision korrekt ausbilden. Fehler in diesem Prozess können zu Krebs, Stoffwechselstörungen und neurodegenerativen Erkrankungen führen.

Das Team untersuchte mehrere krankheitsassoziierte Membranproteine unseres Nervensystems, um besser zu verstehen, wie unsere Zellen verhindern, dass fehlerhafte Proteine sie schädigen und Krankheiten verursachen. Im Forschungsverlauf stellten sie fest, dass eine Protease – ein Enzym, das andere Proteine spaltet – den Abbau von fehlerhaften, mutierten Proteinen einleitet. Dieser Abbau ist für die Aufrechterhaltung der zellulären Funktion unerlässlich. Sie konnten die verantwortliche Protease jedoch nicht identifizieren. „Alle bekannten Kandidaten und üblichen Hemmstoffe halfen uns bei der Suche nach dem zugrunde liegenden molekularen Mechanismus nicht weiter“, sagt Feige.

Der Durchbruch gelang, nachdem die Forscher*innen potenzielle Spaltstellen für den Signalpeptidasekomplex in den krankheitsverursachenden Proteinen identifizierten. „Die Lehrbücher besagen, dass der Signalpeptidasekomplex Signalpeptide während der Reifung von sekretorischen Proteinen abspaltet. Bisher galt das als seine einzige Funktion“, fügt Lemberg hinzu. Nun erwies sich der Signalpeptidasekomplex jedoch als die gesuchte Protease, die für die Qualitätskontrolle von Membranproteinen verantwortlich ist.

Basierend auf dieser Erkenntnis identifizierte das interdisziplinäre Team weitere Proteine, die gespalten werden, und zeigte, dass ein bestimmter Bestandteil des Signalpeptidasekomplexes, die SPCS1-Untereinheit, diesen Vorgang reguliert. „Da diese Untereinheit für seine ursprünglich beschriebene Rolle bei der Proteinreifung nicht notwendig ist, wurde uns klar, dass wir es mit einer bisher unerkannten Funktion zu tun haben“, erklärt Feige.

SPCS1 gehört zu den drei Genen, die in allen Gehirnregionen bei der Alzheimer-Krankheit herunterreguliert sind. „Das deutet darauf hin, dass unsere Ergebnisse wichtige Auswirkungen auf unser Verständnis der menschlichen Biologie und altersbedingter Erkrankungen haben könnten“, fügt Lemberg hinzu. Bei Alzheimer sammeln sich fehlerhafte Proteine an, die vermutlich die neuronale Funktion beeinträchtigen. Feige schließt: „Unsere Ergebnisse helfen besser zu verstehen, wie Zellen die molekulare Struktur ihrer Proteine kontrollieren, und bilden die Grundlage für viele künftige Studien.“

Die Forschung wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Fritz Thyssen Stiftung gefördert. 

Inhaltliche Kontakte:

Professor Dr. Marius Lemberg

Zentrum für Biochemie und Exzellenzcluster für Alternsforschung CECAD, Universität zu Köln

+49 221 478 77288

m.lemberg@uni-koeln.de

Professor Dr. Matthias Feige

Center for Functional Protein Assemblies (CPA), Department of Bioscience, TUM School of Natural Sciences, Technische Universität München

+49 89 28913667

matthias.feige@tum.de

Presse und Kommunikation:

Eva Schissler

+49 221 470 4030

e.schissler@verw.uni-koeln.de

Publikation:

https://www.science.org/doi/10.1126/science.abo5672  

 

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news-8398 Wed, 30 Nov 2022 11:00:00 +0100 SOLANGE-Kunstwerk ist an der Uni Köln in neuem Glanz zu sehen https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/solange-kunstwerk-ist-an-der-uni-koeln-in-neuem-glanz-zu-sehen „Wir flicken nicht, wir legen eine neue Schicht frei!“ / Nachdem das Kunstwerk im Oktober mutwillig beschädigt wurde, ist die gemeinsame Antwort der Künstlerin und der Universität zu Köln nun am Hauptgebäude in Richtung Uniwiese zu sehen Das feministische Kunstwerk an der Uniwiesenseite des Hauptgebäudes der Universität zu Köln wurde am 30. November repariert, nachdem es im Oktober mutwillig beschädigt wurde. Das handbestickte Baustellen-Staubschutznetz der Künstlerin Katharina Cibulka mit der Botschaft „SOLANGE wir uns Beulen an gläsernen Decken holen, bin ich Feminist:in” am Hauptgebäude der Universität zu Köln wurde im Juni 2022 enthüllt. Es hat zum Nachdenken über Gleichberechtigung und die Karrierechancen in der Wissenschaft angeregt und sollte zum Verständnis zwischen allen Geschlechtern beitragen. Im Oktober 2022 wurde es mutwillig beschädigt und ein großer Teil des Wortes „Feminist:in“ herausgeschnitten. Daraufhin wurde Strafanzeige erstattet. Die Antwort der Künstlerin auf die Beschädigung war: „Solange Zerstörung vor Dialog steht, bleiben wir Feminist:innen.“

Dass Feminist*innen coole Antworten haben, ist seit dem 30. November auf dem SOLANGE-Netz zu sehen. Katharina Cibulka und die Gleichstellungsbeauftragte Annelene Gäckle reagieren auf die vermutlich antifeministisch motivierte Beschädigung mit dem Motto „Wir flicken nicht, wir legen eine neue Schicht frei!".

In der Tradition des „Gemeinsamen und Einenden“ von SOLANGE wird nun die LGBTIQ*-Community im Dialog über die Fragen der Gleichstellung noch sichtbarer gemacht. Die zerstörten pinken Buchstaben wurden durch leuchtende, neue Buchstaben in Regenbogenfarben, dem Zeichen der LGBTIQ*-Community, ersetzt. Auch LGBTIQ*-Anliegen werden sichtbar von der Univierstät zu Köln vertreten und sie wurde 2021 dafür als „LGBTIQ+ Diversity Champion“ ausgezeichnet. „Es ist unser wichtigstes Anliegen, das Einende vor das Trennende zu stellen und möglichst viele in einen Dialog zu holen. Wir sind offen für Diskussionen und laden alle ein, sich an dem Diskurs zu Chancengerechtigkeit innerhalb und außerhalb der Universität zu Köln zu beteiligen“, so die beiden Verantwortlichen.

Ein SOLANGE-Netz ist Träger einer wichtigen Botschaft. Das Netz kann zerstört werden, nicht aber die Message. Selbst wenn jemand ein Loch ins Netz schneidet, so verbirgt sich darunter keine Leerstelle, sondern nur eine weitere Schicht von Bedeutung, die bunt und weithin sichtbar signalisiert: Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren, im Gegenteil. Wir setzen ein zusätzliches Zeichen der Solidarität mit allen, die unterrepräsentiert und marginalisiert sind. Wir setzen uns gemeinsam für Fairness ein, im Wissenschaftsbetrieb und natürlich darüber hinaus überall dort, wo es noch Baustellen gibt.

Die zentrale Botschaft „Come join us in spreading equality!“ des SOLANGE-Projekts gewinnt damit nur noch stärkere Bedeutung.

Inhaltlicher Kontakt:

Annelene Gäckle

Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Universität zu Köln

+49 221 470 4830

gleichstellungsbeauftragte@gb.uni-koeln.de

Presse und Kommunikation:

Jan Voelkel

+49 221 470-2356

j.voelkel@verw.uni-koeln.de

Weitere Informationen:

https://www.solange-theproject.com/

https://gb.uni-koeln.de/projekte__foerderungen/solange/index_ger.html

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news-8395 Wed, 23 Nov 2022 17:51:17 +0100 Presseeinladung: SOLANGE-Kunstwerk ist an der Uni Köln ab 30. November in neuem Glanz zu sehen https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/presseeinladung-solange-kunstwerk-ist-an-der-uni-koeln-ab-30-november-in-neuem-glanz-zu-sehen Das SOLANGE-Kunstwerk wurde im Oktober mutwillig beschädigt. Die gemeinsame Antwort der Künstlerin und der Universität zu Köln wird am 30. November ab 11 Uhr am Hauptgebäude in Richtung Uniwiese zu sehen sein. Das feministische Kunstwerk an der Uniwiesenseite des Hauptgebäudes der Universität zu Köln wird am 30. November repariert, nachdem es im Oktober mutwillig beschädigt wurde. Das handbestickte Baustellen-Staubschutznetz der Künstlerin Katharina Cibulka wurde im Juni 2022 mit der Botschaft „SOLANGE wir uns Beulen an gläsernen Decken holen, bin ich Feminist:in” enthüllt. Es hat zum Nachdenken über Gleichberechtigung und die Karrierechancen in der Wissenschaft angeregt und sollte zum gegenseitigen Verständnis beitragen. Das Wort „Feminist:in“ wurde gezielt größtenteils herausgeschnitten. „Solange Zerstörung vor Dialog steht, bleiben wir Feminist:innen“, konterte die Künstlerin daraufhin sofort.
In diesem Sinne kommt Katharin
a Cibulka am 30. November 2022 erneut nach Köln, um ihre kreative, konstruktive und dialogorientierte Antwort auf das Geschehene direkt am Netz sichtbar zu machen. Wir laden Sie herzlich ein, an diesem Ereignis teilzuhaben.

Termin:
Mittwoch, 30. November, ab 10:00 Uhr
Installation des neuen SOLANGE-Kunstwerks
Ort: Uniwiese, Hauptgebäude der Universität zu Köln, GoogleMaps

Die Montage der „Antwort“ startet um 10 Uhr und wird etwa 1 Stunde dauern.
Ab 11 Uhr wird es die Möglichkeit zum Gespräch mit der Künstlerin, dem Prorektor für Akademische Karriere und Chancengerechtigkeit Prof. Dr. Stephan Michael Schröder, und der zentralen Gleichstellungsbeauftragten Annelene Gäckle geben.
 

Inhaltlicher Kontakt:
Annelene Gäckle
Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Universität zu Köln
+49 221 470 4830
gleichstellungsbeauftragteSpamProtectiongb.uni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Jan Voelkel
+49 221 470-2356
j.voelkelSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Weitere Informationen:
https://www.solange-theproject.com/
https://gb.uni-koeln.de/projekte__foerderungen/solange/index_ger.html

 

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news-8385 Tue, 22 Nov 2022 12:41:49 +0100 Kölner Wissenschaftler erhält Millionenförderung für Forschung zu Stoffwechselprozessen im Darm https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/koelner-wissenschaftler-erhaelt-millionenfoerderung-fuer-forschung-zu-stoffwechselprozessen-im-darm Der Biologe Dr. Gilles Storelli erhält den ERC Starting Grant / Mit den ERC Starting Grants fördert der Europäische Forschungsrat exzellente Nachwuchswissenschaftler*innen für die Dauer von fünf Jahren mit bis zu 1,5 Millionen Euro Der Kölner Wissenschaftler Dr. Gilles Storelli, Forschungsgruppenleiter am Exzellenzcluster für Alternsforschung CECAD, erhält den renommierten ERC Starting Grant für sein Projekt „Dissection of the host-microbe crosstalk that controls metabolism and physiology in intestinal symbiosis“ (METABIONT). Das Projekt METABIONT wird vom Europäischen Forschungsrat für eine Dauer von fünf Jahren mit insgesamt 1,5 Millionen Euro gefördert.

Die Darmflora spielt bei vielen physiologischen Prozessen im Körper eine wichtige Rolle, zum Beispiel bei der Aufspaltung von Nahrungsbestandteilen. Es gibt zudem Hinweise darauf, dass sie auch das Entstehen von Krankheiten beeinflusst. Wie die Stoffwechselprozesse im Darm genau ablaufen, ist bisher nur unzureichend erforscht. Die Darmschleimhaut wird von zahlreichen Mikroorganismen bevölkert, den sogenannten Darmsymbionten. Es gibt Hinweise darauf, dass Symbionten ihre Wirtsorganismen auf eine Weise unterstützen, die über die Bereitstellung von Nährstoffen hinausgeht. Mit dem Projekt METABIONT werden Dr. Gilles Storelli und sein Team genauer untersuchen, wie die Wechselwirkungen zwischen Wirten und ihren Symbionten den Stoffwechsel im Darm und andere physiologische Prozesse im Körper beeinflussen.

Die Wissenschaftler*innen werden dabei Ansätze aus verschiedenen Bereichen, darunter die Mikrobiologie, Genetik und Zellbiologie, einsetzen. Am Darmtrakt der Drosophila Taufliege will das Team von Dr. Storelli erforschen, wie der Stoffwechsel eines Modell-Darmbakteriums in den verschiedenen Abschnitten des Verdauungstraktes reguliert wird. Die Wissenschaftler*innen werden dafür komplexe Multi-omics-Analysen einsetzen, mit denen sie die genetischen und metabolischen Wechselwirkungen zwischen Bakterien und ihren Wirten sichtbar machen können.

Bisherige Arbeiten des Teams deuten darauf hin, dass Symbionten eine weitreichende Kontrolle über die Verdauungs- und Stoffwechselaktivitäten des Darms ausüben, wobei die Symbionten möglicherweise über bakterielle Wirts-Sensorik und epigenetische Mechanismen wirken. Diese regulatorischen Verbindungen werden die Forschenden an der Taufliege entschlüsseln und später analog in Säugetieren untersuchen.

Die Wissenschaftler*innen haben zudem Hinweise darauf, dass die Wirtsorganismen mit ihren Symbionten zusammenarbeiten, um die Magen-Darm-Passage zu regulieren, ein wichtiger Faktor, der die Ernährung beider Partner beeinflusst. Das Team wird zweiseitige genetische Screens einsetzen, um die bakteriellen Metaboliten und die Wirtsfaktoren, die den Transit regulieren, zu ermitteln. Dabei wollen die Forschenden auch herausfinden, ob diese Regulierung die Darm-Hirn-Achse einbezieht.

„In ihrer Gesamtheit werden diese Studien zu einem erheblich besseren Verständnis der Ernährungs- und Stoffwechselinteraktionen zwischen Wirtsorganismen und ihren Symbionten beitragen. Der Starting Grant ermöglicht es unserem Team, die komplexen und aufwändigen Untersuchungen, die hierfür notwendig sind, zu realisieren“, sagt Dr. Storelli.
 

Inhaltlicher Kontakt:
Dr. Gilles Storelli
Research Group Leader, Principal Investigator
CECAD Cologne
+49 221 478-84386
gstorellSpamProtectionuni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Mathias Martin
+49 221 470-1705
m.martinSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Weitere Informationen:
https://www.cecad.uni-koeln.de/research/principal-investigators/dr-gilles-storelli

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Presseinformationen Forschung
news-8382 Tue, 22 Nov 2022 06:48:54 +0100 Neue Einrichtung der Uni Köln vernetzt internationale Aktivitäten in Forschung und Lehre https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/neue-einrichtung-der-uni-koeln-vernetzt-internationale-aktivitaeten-in-forschung-und-lehre Das Cologne International Forum (CIF) bietet eine Plattform, auf der die bestehenden internationalen Aktivitäten an der Universität zu Köln präsentiert, gefördert und zusammengeführt sowie neue innovative Kooperationen angeregt werden Die Universität zu Köln hat mit dem Cologne International Forum (CIF) eine Einrichtung gegründet, um ihre internationalen Forschungsaktivitäten noch besser zu vernetzen und hervorzuheben. Dies geschieht vor allem durch eine neue Webseite, Veranstaltungen und zwei Förderlinien.

Anlässlich der Eröffnung des CIF findet in Zusammenarbeit mit dem Institut für Klassische Philologie am 24. November 2022 ein Gastvortrag von Jackie Murray, Professorin für Klassische Philologie an der University of Kentucky und derzeit Berlin Prize Fellow an der American Academy in Berlin, zum Thema „Classics Now. The Importance of Studying Antiquity in Our Present Age of Crisis“ statt. Medienvertreter*innen sind herzlich eingeladen wird.

Termin:
Donnerstag, 24. November, 18:00 Uhr
Gastvortrag „Classics Now: The Importance of Studying Antiquity in Our Present Age of Crisis“
Ort: International House, Kringsweg 6, 50931 Köln
Die Veranstaltung wird über Zoom übertragen. Eine Anmeldelink befindet sich unter https://cif.uni-koeln.de/events/cif-opening-event

Das CIF ist am International Office der Universität angesiedelt. Ziel seiner zwei Förderlinien ist es, die internationale Vernetzung und Konsolidierung herausragender Forschungsprojekte an der Universität zu Köln zu unterstützen. Hierfür wird jährlich ein*e Direktor*in für das International Research Cluster am CIF benannt, die/der verschiedene Projekte unter einem thematischen und/oder regionalen Überthema koordiniert. Zudem werden innovative internationale Kooperationsprojekte mit jungen internationalen Wissenschaftler*innen angeregt (Innovationstandems).

In den Förderlinien hat der wissenschaftliche Beirat des Forums nun die Fellows für 2023 benannt: In der Linie Innovationstandems wird Dr. Federico G. Corsi (Italien) zu „The Atoms of Epicurus“ arbeiten. Sein Partner an der Universität zu Köln ist Jürgen Hammerstaedt, Professor für Klassische Philologie und Papyrologie. Ein weiteres Tandem besteht aus Dr. Somayeh Khademi (Iran), die, begleitet von Alexandra Budke, Professorin für Humangeographie und ihre Didaktik, zum Thema „The Comparison of Implementation of Education for Sustainable Development in Geography Classes in North-Rhine Westphalia and Iran“ arbeitet.

Direktorin des International Research Cluster des Cologne International Forum für 2023 ist Michaela Pelican, Professorin am Institut für Ethnologie. Frau Pelican koordiniert vier Projekte mit Partner*innen der Universitäten Bamenda (Kamerun), Chulalongkorn (Thailand) und Köln, in denen bisher wenig beachtete Konflikte in Kamerun und Myanmar und die durch sie verursachten Migrationsströme untersucht werden.
 

Inhaltlicher Kontakt:
Dr. Heike Berner
Cologne International Forum (CIF)
Managing Director
+49 221 478 5427
h.bernerSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Jan Voelkel
+49 221 470-2356
j.voelkelSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Weitere Informationen:
www.cif.uni-koeln.de

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news-8372 Fri, 18 Nov 2022 11:05:22 +0100 Chemie-Nobelpreisträger Professor Dr. Benjamin List erhält Ehrendoktorwürde https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/chemie-nobelpreistraeger-professor-dr-benjamin-list-erhaelt-ehrendoktorwuerde List wurde zudem zum KölnAlumni-Ehrenmitglied ernannt / Seit 2004 ist er Honorarprofessor am Department für Chemie Im Rahmen einer Festveranstaltung am 24. November 2022 wurde der Nobelpreisträger Professor Dr. Benjamin List von der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Zudem wurde Benjamin List zum KölnAlumni-Ehrenmitglied ernannt. Er ist der Fakultät bereits seit 2004 Honorarprofessor verbunden, 2021 hat er den Nobelpreis für Chemie erhalten. List ist Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr.

„Wir freuen uns sehr und sind stolz auf die enge und langjährige Verbundenheit mit Professor List, der nicht nur als Spitzenforscher, sondern auch als inspirierender Lehrender in unserer Fakultät viele Spuren hinterlassen hat“, so Professor Dr. Ir. Paul H. M. van Loosdrecht, Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.

Professor List ist ein Pionier auf dem Gebiet der Organokatalyse, die es erlaubt, mit Hilfe kleiner organischer Moleküle, bei denen es sich um Naturstoffe oder auch um synthetische „Designerverbindungen“ handeln kann, chemische Reaktionen zu beschleunigen und deren Selektivität zu steuern – unter Einsparung von Energie und Ressourcen. In nur zwanzig Jahren hat sich die Organokatalyse zu einer leistungsfähigen Methode entwickelt, die sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der industriellen Synthese, beispielsweise zur Herstellung von Arzneimitteln oder Vitaminen, breite Anwendung findet.


Presse und Kommunikation:
Jürgen Rees
+49 221 470 3107
j.reesSpamProtectionverw.uni-koeln.de
Stream der Veranstaltung:
https://www.youtube.com/watch?v=w4vg_75kk2w

 

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news-8364 Wed, 16 Nov 2022 13:55:03 +0100 Arbeitskolleg*innen können Einfluss auf eine gesunde Ernährung nehmen https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/arbeitskolleginnen-koennen-einfluss-auf-eine-gesunde-ernaehrung-nehmen Das Arbeitsumfeld kann Arbeitnehmer*innen zu einem gesünderen Lebensstil in Bezug auf den Verzehr von gesunden Lebensmitteln wie Obst und Gemüse ermutigen, veranlasst sie aber nicht zu mehr Bewegung / Veröffentlichung in „BMC Public Health“ Wissenschaftlerinnen aus Köln und Utrecht haben herausgefunden, dass Beschäftigte mit größerer Wahrscheinlichkeit Obst und Gemüse essen und sich körperlich betätigen, wenn ihre Kolleg*innen sie zu einem gesunden Lebensstil ermutigen. Außerdem steht das gesunde Essverhalten der Mitarbeitenden in einem positiven Zusammenhang mit dem Obst- und Gemüsekonsum ihrer Kolleg*innen. Wenn jedoch ein Kollege viel Sport treibt, veranlasst dies die anderen nicht, es ihm gleichzutun. Was die körperliche Betätigung betrifft, so hat die ausdrückliche Ermutigung zwar einen positiven Effekt, aber die Mitarbeitenden neigen nicht dazu, ihr Verhalten an dem anderer, körperlich aktiverer Kolleg*innen zu orientieren. Die Wissenschaftlerinnen kommen zu dem Schluss, dass die Ermutigung durch den Kollegenkreis und das eigene gesunde Verhalten insgesamt dazu beitragen können, eine Gesundheitskultur am Arbeitsplatz zu schaffen und alle Mitarbeitenden dabei zu unterstützen, gesunde Entscheidungen zu treffen. Die Studie wurde von Professorin Dr. Lea Ellwardt vom Institut für Soziologie und Sozialpsychologie (ISS) der Universität zu Köln und Anne van der Put von der Abteilung für Soziologie der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften der Universität Utrecht durchgeführt. Ihr Artikel „Employees' healthy eating and physical activity: the role of colleague encouragement and behavior“ wurde in der Fachzeitschrift BMC Public Health veröffentlicht.

Sportliche Betätigung und gesunde Ernährung sind nicht nur individuelle Entscheidungen, sondern werden auch von Familienmitgliedern sowie in Freundes- und Nachbarschaftskreisen beeinflusst. Über die Rolle von Arbeitskolleg*innen, die einen weiteren wichtigen zwischenmenschlichen Einfluss darstellen, ist jedoch wenig bekannt. Die Menschen verbringen viele Stunden am Arbeitsplatz und sind dabei meist von denselben Kolleg*innen umgeben, die daher einen erheblichen Einfluss auf die (un)gesunden Entscheidungen der Arbeitnehmer*innen haben könnten. Die Wissenschaftlerinnen untersuchten, inwieweit Kollegen eine Rolle für das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der anderen spielen können, indem sie sich auf zwei Wege konzentrierten: Kolleg*innen können einen gesunden Lebensstil fördern oder als Vorbilder fungieren, deren Verhalten beobachtet und kopiert wird.

Das Team nutzte die European Sustainable Workforce Survey, die Daten von 4345 Beschäftigten in 402 Teams in 113 Unternehmen enthält. „Unsere Studie hat gezeigt, dass Mitarbeiter eher bereit sind, Obst und Gemüse zu essen und sich körperlich zu betätigen, wenn ihre Kollegen einen gesunden Lebensstil fördern“, so Ellwardt. Entgegen ihren Erwartungen stellten sie und van der Put jedoch eine negative Korrelation zwischen der körperlichen Aktivität von Mitarbeitenden und Kolleg*innen fest, wenn keine ausdrückliche Ermutigung stattfand. „Eine Erklärung für unser negatives Ergebnis könnte sein, dass körperliche Aktivität typischerweise außerhalb der Arbeitszeit stattfindet, wo sie für die Kollegen kaum sichtbar ist“, so Ellwardt. Menschen essen am Arbeitsplatz oft gemeinsam, während körperliche Aktivität privat stattfindet und der soziale Einfluss daher geringer ist.

Die Studie berücksichtigt sowohl die Ermutigung durch die Kolleg*innen als auch deren tatsächliches Verhalten, wobei sie sich mit der verhaltensspezifischen Ermutigung und nicht mit allgemeiner sozialer Unterstützung und mit Verhaltensweisen, außerhalb des Arbeitsplatzes befasst. Ellwardt erklärt: „Die Studie ist eine der ersten, die sich mit der Rolle des Verhaltens von Kollegen befasst und dabei einen Netzwerkansatz verfolgt, der auch direkte Kollegen einbezieht. Dies ermöglichte der Forscherin zufolge eine feinkörnigere Analyse als die Aggregation von Maßnahmen auf individueller Ebene oder die Einbeziehung von Mitarbeitenden, die nicht in unmittelbarer Nähe arbeiten.

Insgesamt hätten die Ermutigung der Kolleg*innen und ihr eigenes gesundes Verhalten das Potenzial, zur Schaffung einer Gesundheitskultur am Arbeitsplatz beizutragen und alle Mitarbeitenden dabei zu unterstützen, gesunde Entscheidungen zu treffen. Nach Ansicht der Autorinnen ist dies ein vielversprechender Ansatz für Führungskräfte und Entscheidungsträger im Bereich der öffentlichen Gesundheit. „Unsere Studie deutet darauf hin, dass es bei der Konzeption von Gesundheitsmaßnahmen wichtig ist, neben anderen sozialen Einflüssen wie dem des Partners oder der Partnerin, Familienmitgliedern und Freunden auch das Arbeitsumfeld einzubeziehen. In Bezug auf gesundes Verhalten sind Kollegen wichtige Quellen sozialer Unterstützung und können als Vorbilder dienen“, resümiert Ellwardt. Entscheidend sei, dass die Ermutigung und das Verhalten der Kolleg*innen nicht nur zur Schaffung einer Gesundheitskultur am Arbeitsplatz beitragen, sondern auch indirekt die gesamte Belegschaft unterstützen – auch diejenigen, die keine speziellen Gesundheitsprogramme am Arbeitsplatz nutzen.

Künftige Forschungsarbeiten würden von der Verwendung von Längsschnittdaten profitieren, um Einflussprozesse im Zeitverlauf zu untersuchen, meinen die Autorinnen. Da Individuen Hinweise aus ihrer Umgebung verinnerlichen, um ihre intrinsische Motivation zu formen, könnte diese Forschung zeigen, wie lange es dauert, bis sich ein neuer Mitarbeiter an die aktuelle Gesundheitsnorm am Arbeitsplatz anpasst.
 

Inhaltlicher Kontakt:      
Anne van der Put
Department of Sociology, Faculty of Social and Behavioural Sciences,
Utrecht University
a.c.vanderputSpamProtectionuu.nl

Professor Dr. Lea Ellwardt
Institut für Soziologie und Sozialpsychologie (ISS)
+49 221 470 89165
ellwardtSpamProtectionwiso.uni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Robert Hahn
+49 221 470 2396
r.hahnSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Link zur Veröffentlichung:
https://bmcpublichealth.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12889-022-14394-0

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news-8361 Wed, 16 Nov 2022 12:42:31 +0100 Kraftwerke der Zellen: Mitochondrien haben „Müllabfuhr“, um mutierte mtDNA zu entsorgen https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/kraftwerke-der-zellen-mitochondrien-haben-muellabfuhr-um-mutierte-mtdna-zu-entsorgen Kölner Forschungsteam identifiziert ein molekulares Ziel, das zukünftig neue Ansätze zur Behandlung altersbedingter Erkrankungen eröffnen könnte / Veröffentlichung in „Nature Communications“ Wissenschaftler*innen der Universität zu Köln haben herausgefunden, wie Zellen ganz spezifisch mutierte DNA der Mitochondrien (mtDNA) eliminieren können. Mitochondrien sind die Kraftwerke unserer Zellen und haben aufgrund ihrer evolutionären Abstammung von Bakterien noch genetisches Material, verpackt in chromosomenähnliche Strukturen (Nukleoide). Sie wandeln die chemische Energie in unserer Nahrung in eine biologisch verwertbare Form um. In ihrer Arbeit zeigen die Forscher*innen, dass Mutationen der mtDNA zu einer lokalen Umlagerung von Proteinen in der Mitochondrienmembran führen. Die mutierte mtDNA wird so gezielt eliminiert und der Autophagie, der zellulären „Müllabfuhr“, zugeführt. An der Studie waren Forscher*innen des Zentrums für Physiologie der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln, des Zentrums für Molekulare Medizin Köln (ZMMK) und des Exzellenzclusters für Alternsforschung CECAD beteiligt. Die Ergebnisse sind in dem Artikel „Mitochondrial membrane proteins and VPS35 orchestrate selective removal of mtDNA“ in Nature Communications veröffentlicht worden.

In vielen Geweben häufen sich Mutationen in der mtDNA als Folge des normalen Alterns an. Solche Mutationen sind dann eine wichtige Ursache für viele altersbedingte Krankheiten. mtDNA ist in Tausenden von Kopien pro Zelle vorhanden, so dass die mitochondriale Funktion nur dann beeinträchtigt ist, wenn der Prozentsatz der mutierten mtDNA-Moleküle einen Schwellenwert überschreitet. Schon lange ist bekannt, dass eine mitochondriale Schädigung, einschließlich einer akuten mtDNA-Schädigung, den Prozess der Mitophagie auslöst. Dabei werden dysfunktionale Mitochondrienteile gezielt abgebaut und recycelt.

Dr. David Pla-Martin, der Hauptautor der aktuellen Studie, erklärt die Details: „Neu in unserer Studie ist, dass dieser Mechanismus die Ausstattung der Zellen mit Mitochondrien nicht beeinträchtigt, sondern diese nur von geschädigter mtDNA gereinigt werden. Mit Hilfe von Markierung benachbarter Proteine – dem sogenannten Proximity Labelling - konnten wir zeigen, dass mtDNA-Schäden zur Rekrutierung von Endosomen in unmittelbarer Nähe zu Nukleoiden führen.“ Deren Entfernung wird durch die Interaktion des Nukleoid-Proteins Twinkle und den mitochondrialen Membranproteinen SAMM50 und ATAD3 koordiniert. ATAD3 steuert dabei ihre Verteilung, SAMM50 induziert die Freisetzung und den Transfer des Nukleoids zu den sogenannten Endosomen. „Dadurch wird zusätzlich die Aktivierung einer Immunantwort verhindert. Das Protein VPS35, die Hauptkomponente des Retromers, vermittelt die Reifung von frühen Endosomen zu späten Autophagie-Vesikeln, in denen der Abbau und das Recycling letztendlich stattfindet,“ so Pla-Martin.

Anhand eines Mausmodells, bei dem mtDNA-Mutationen zu einer Beeinträchtigung der Muskelregeneration führen, zeigten die Wissenschaftler*innen außerdem, dass selektiv mutierte mtDNA entfernt werden kann, indem die Aktivität der Autophagiemaschinerie durch Rapamycin stimuliert wird. Die Gesamtanzahl an mtDNA-Kopien bleibt so konstant, wodurch die mitochondriale Funktion erhalten bleibt.

Prof. Dr. Rudolf Wiesner, der Leiter der Gruppe, fügt hinzu: "Mutationen in den Genen, die für diese Proteine kodieren, führen zu schweren neurologischen Erkrankungen, bei VPS35 z.B. Parkinson. Wir wollen diese Proteine nun als neue molekulare Ziele nutzen, um ganz neue Behandlungsmöglichkeiten für solche altersbedingten Krankheiten zu eröffnen.“ Obwohl der Weg bis hin zur therapeutischen Anwendung noch lang sein könnte, sieht das Forschungsteam hier einen vielversprechenden Ansatz.
 

Inhaltlicher Kontakt:
Dr. David Pla-Martin
Zentrum Physiologie
+49 221 478 3610
dplamartSpamProtectionuni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Jan Voelkel
+49 221 470-2356
j.voelkelSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Zur Publikation:
https://www.nature.com/articles/s41467-022-34205-9

 

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news-8357 Tue, 15 Nov 2022 13:13:44 +0100 EUniWell begrüßt Universität Konstanz als neuen Allianz-Partner https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/euniwell-begruesst-universitaet-konstanz-als-neuen-allianz-partner Die Universität Konstanz tritt der European University for Well-Being, EUniWell, bei / Die gemeinsame Mission: Wohlergehen („Well-being“) multiperspektivisch denken, um nachhaltig positive Veränderungen für das Allgemeinwohl zu bewirken Die Universität Konstanz ist ab heute, dem 15. November 2022, Teil der „European University for Well-Being“ – kurz EUniWell: Durch die gemeinsame Unterzeichnung eines entsprechenden Beitrittsabkommens bejahte die Universität Konstanz die Anfrage der bestehenden EUniWell-Partner bezüglich einer Mitgliedschaft. Langfristiges Ziel der Universitätsallianz, die von der Universität zu Köln geleitet und koordiniert wird, ist es, durch Forschung, Lehre und gesellschaftliche Verantwortung das Allgemeinwohl dauerhaft und im Sinne globaler Nachhaltigkeitsziele zu fördern. „Dabei denken wir ‚Well-being‘ bewusst multiperspektivisch und interdisziplinär, da Wohlergehen und Wohlbefinden nie in einem Vakuum stattfinden, sondern stets als komplexes Zusammenspiel aus individuellen, gesellschaftlichen und Umwelt-Faktoren erreicht werden“, erklärt Professorin Dr. Busse, EUniWell Chief Development Officer und Prorektorin für Lehre und Studium an der Universität zu Köln. „Die Universität Konstanz mit ihrer interdisziplinären Ausrichtung ist daher ein großer Gewinn für unsere Allianz.“

Bereits heute ist die Universität Konstanz sowohl in Forschung und Lehre als auch auf institutioneller Ebene stark auf die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen ausgerichtet, an denen sich auch die Schlüsselbereiche der EUniWell-Allianz orientieren. „Wir freuen uns sehr über die Einladung zu dieser attraktiven und mit unserer Universität so harmonisierenden Allianz. Die Mitgliedschaft bei EUniWell wird uns die Möglichkeit geben, unsere Wirkungsfelder im Hinblick auf die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, z. B. in den Bereichen Ungleichheitsforschung, ökologische Nachhaltigkeit, Lehrer*innenbildung oder Gesundheit, weiter zu bekräftigen und diese gemeinsam mit starken internationalen Partnern auszubauen und voranzubringen“, so Professorin Dr. Holzinger, Rektorin der Universität Konstanz.

Neben gemeinsamen Grundwerten verbindet die EUniWell-Partner ein deutlicher Fokus in Forschung, Lehre und Hochschulentwicklung auf gesellschafts- und nachhaltigkeitsrelevante Themen. Professor Dr. Freimuth, Rektor der Universität zu Köln, unterstreicht: “Die langfristigen Ziele der Allianz sind die Erforschung und die Umsetzung von Bedingungen, die das Wohlbefinden und die Lebensqualität auf individueller, institutioneller und gesamtgesellschaftlicher Ebene nachhaltig fördern. Insgesamt gibt es große Überschneidungen zwischen den Schwerpunkten von EUniWell und dem Wirkungsbereich der Universität Konstanz.” So engagiert sich die Universität Konstanz beispielsweise auch stark für die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Im aktuellen THE Impact Ranking wurde die gesellschaftliche Wirkung der Universität Konstanz im Bereich der Nachhaltigkeit in Bezug auf sechs der SDGs als weit überdurchschnittlich bewertet. Neben dem Spitzenplatz 15 weltweit in Bezug auf SDG 16 hat die Universität Stärken in zwei weiteren SDGs (5 und 10) mit engen Bezügen zu Schlüsselbereichen der EUniWell-Initiative.

Darüber hinaus bestehen bereits langjährige Kooperationen zwischen der Universität Konstanz und mehreren der EUniWell-Partneruniversitäten. „Wir fangen also bei einem Beitritt zu EUniWell nicht bei null an, was die Zusammenarbeit mit den Partnern betrifft. Stattdessen bauen wir auf lebendigen Partnerschaften und starken Kooperationen auf, die bereits ein produktives Level erreicht haben und die durch unsere Mitgliedschaft bei EUniWell weiter bekräftigt und ausgebaut werden können“, erläutert Dorothea Debus, Prorektorin für Internationales, Gleichstellung und Diversity an der Universität Konstanz.

Als zehntes Mitglied der European University for Well-Being schließt sich die Universität Konstanz den Universitäten Birmingham, Köln, Florenz, Murcia, Leiden, Linnaeus, Nantes, Semmelweis und Taras Shevchenko an.
 

Inhaltlicher Kontakt:
Professorin Dr. Beatrix Busse
Prorektorin für Lehre und Studium der Universität zu Köln
beatrix.busse@uni-koeln.de
 

Presse und Kommunikation:
Eva Laurie
Referentin für Kommunikation und Transfer
European University for Well-Being (EUniWell)
Universität zu Köln
+49 221 470-76661
eva.laurie@uni-koeln.de

Weitere Informationen:
www.euniwell.eu

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news-8355 Tue, 15 Nov 2022 12:50:52 +0100 Acht Forschende der Uni Köln unter den meistzitierten Wissenschaftler*innen weltweit https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/acht-forschende-der-uni-koeln-unter-den-meistzitierten-wissenschaftlerinnen-weltweit Jährliches Ranking der Web of Science Group mit den „Highly Cited Researchers“ als Indikator für herausragende Forschung veröffentlicht / Universität zu Köln mit einem Physiker, zwei Biolog*innen und fünf Medizinern vertreten Die Universität zu Köln ist erneut im internationalen Ranking „Highly Cited Researchers“ vertreten, das jährlich durch Clarivate Analytics basierend auf Angaben der Publikationsdatenbank „Web of Science“ herausgegeben wird. Wissenschaftler*innen auf dieser Liste zählen zu den weltweit einflussreichsten ein Prozent ihres Faches – gemessen an der Häufigkeit, mit der ihre wissenschaftlichen Veröffentlichungen von den Fachkolleg*innen in den letzten zehn Jahren (2011–2021) zitiert wurden. In diesem Jahr schafften es insgesamt acht Kölner Wissenschaftler*innen auf die Liste.

Die meistzitierten Forscher*innen der Universität zu Köln 2020 sind:

  • Prof. Dr. Yoichi Ando, Institut für Experimentalphysik (vormals II. Physikalisches Institut); Sprecher des Exzellenzclusters „ML4Q: Matter and Light for Quantum Computing“. Schwerpunkte: Topologische Materialien und Nanofertigungstechniken
  • Prof. Dr. Jens C. Brüning, Poliklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Präventivmedizin der Universitätsklinik Köln; Direktor des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung; Forschungsgruppenleiter am Exzellenzcluster für Alternsforschung CECAD sowie am Zentrum für Molekulare Medizin Köln (ZMMK). Schwerpunkt: Stoffwechselforschung
  • Prof. Dr. Oliver A. Cornely, Innere Medizin; Direktor des Lehrstuhls Translationale Forschung am CECAD, akademischer Leiter des Zentrums für Klinische Studien Köln. Schwerpunkte: Klinische Infektiologie, invasive Pilzerkrankungen, Alternsforschung 
  • Prof. Dr. Michael Hallek, Innere Medizin; Direktor des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO); Forschungsgruppenleiter am ZMMK und CECAD. Schwerpunkt: Leukämie
  • Prof. Dr. Florian Klein, Virologie; Direktor des Instituts für Virologie, forscht zudem am ZMMK. Schwerpunkte: Entwicklung Virus-gerichteter Antikörper, HIV-Infektionen
  • Prof. (em) Dr. med. Joachim Klosterkötter, Psychiatrie, früherer Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Schwerpunkt: Früherkennung und Prävention von psychischen Störungen
  • Prof. Dr. Jane E. Parker, Biologie; Associate Professorship am Institut für Genetik. Schwerpunkte: Aktivierung und Kontrolle pflanzlicher Immunreaktionen, Interaktion von Pflanzen und Mikroben
  • Prof. Dr. Bart P.H.J. Thomma, Biologie; Alexander von Humboldt-Professor am Institut für Pflanzenwissenschaften; Exzellenzcluster für Pflanzenforschung CEPLAS. Schwerpunkte: Phytopathologie, Interaktion von Mikroben mit anderen Organismen

Insgesamt führt die diesjährige internationale Liste „Highly Cited Researchers“ etwa 6.900 Wissenschaftler*innen, darunter 339 aus Deutschland. Besonders berücksichtigt wird der Einfluss von Forscher*innen über verschiedene Fächerkategorien hinweg.
 

Presse und Kommunikation:
Jürgen Rees
+49 221 470 3107
j.reesSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Weitere Informationen:
https://ir.clarivate.com/news-events/press-releases/news-details/2022/Clarivate-Names-Worlds-Influential-Researchers-with-Highly-Cited-Researchers-2022-List/default.aspx

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news-8342 Fri, 11 Nov 2022 09:27:26 +0100 Warum gibt es so viele Arten? Chaos ist ein wichtiger Faktor für Biodiversität https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/warum-gibt-es-so-viele-arten-chaos-ist-ein-wichtiger-faktor-fuer-biodiversitaet Studie zeigt, dass unvorhersehbare Dynamiken auch ohne Umwelteinflüsse auftreten und wichtig für eine stabile Artenvielfalt sind / Veröffentlichung in PNAS Wissenschaftler*innen der Universität zu Köln und der Universität Osnabrück haben erstmals in biologischen Systemen mit einer einzigen Art nachgewiesen, dass chaosähnliche, nicht vorhersehbare Dynamiken unter völlig konstanten äußeren Bedingungen entstehen können. Solche Dynamiken, zum Beispiel Schwankungen in der Populationsdichte, treten auch ohne Interaktionen mit der Umwelt oder anderen Arten auf. Das kann erklären, warum auf unserem Planeten eine solch enorme Artenvielfalt entstanden ist. Wenn – anders als früher angenommen – verschiedene Arten und Evolutionslinien aus sich selbst heraus irregulären chaotischen Dynamiken unterworfen sind, treffen sie nie zu gleicher Zeit in gleicher Individuenzahl aufeinander. Da eine direkte Konkurrenz der Arten somit selten wird, können sie viel länger koexistieren und sich evolutionär entwickeln. Die aktuelle Studie wurde im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht.

Unter Biodiversität versteht man die Vielfalt des Lebens auf allen Ebenen, von den Genen bis hin zu ganzen Ökosystemen. Sie umfasst evolutionäre, ökologische und kulturelle Prozesse. Es geht dabei nicht nur um Arten, die wir als selten, bedroht oder gefährdet betrachten, sondern um alle Lebewesen – vom Menschen bis zu Organismen, über die wir wenig wissen, wie Mikroorganismen, Pilze und kleine Wirbellose. Die Biodiversität ist essentieller Bestandteil unseres Lebens. Neben der Erhaltung der Stabilität unseres eigenen Lebensraumes trägt sie auch zur Erfüllung vieler Grundbedürfnisse des Menschen bei, unter anderem als Nahrung, als Lieferant von Energie oder auch als Basis für Medikamente. Daneben ist biologische Artenvielfalt für die Bestäubung und Samenverbreitung und die Bekämpfung landwirtschaftlicher Schädlinge wichtig. Eine hohe Biodiversität ist Voraussetzung für die Klimaregulierung. Auch Nährstoffkreisläufe und die Reinigung von Trinkwasser und Abwasser benötigen eine hohe Diversität an Organismen. Die Menschheit zerstört zurzeit die Biodiversität in erschreckender Geschwindigkeit. Ein Viertel aller Arten gilt als bedroht.

Die vorliegende Studie, an der die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Hartmut Arndt am Institut für Zoologie beteiligt war, hat untersucht, welche Mechanismen zur Artendiversität auf unserem Planeten geführt haben und was wir beachten müssen, damit diese Mechanismen weiter wirksam sind. Arndt und sein Team untersuchen schon seit vielen Jahren die dynamischen Prozesse der Koexistenz von Arten als Basis für Evolutionsprozesse an Modellorganismen.

Die Kölner Wissenschaftler*innen demonstrieren mit Hilfe von Laborexperimenten und Modelldaten erstmalig, dass ungleichmäßige Dynamiken der Individuenzahlen einer Population bereits auf der Ebene eines einzelnen Zelltyps ohne äußere Antriebe von großer Bedeutung für die Koexistenz von Arten sein können. Die Bedeutung von Schwankungen in den Populationsdichten und deterministischem Chaos – einem scheinbar chaotischen Verhalten, obwohl die zugrundeliegenden Bedingungen vorhersagbar erscheinen – wird seit mehreren Jahrzehnten als wichtiger Faktor der Artenvielfalt in natürlichen biologischen Systemen diskutiert. Die beiden Doktoranden Johannes Werner und Tobias Pietsch in Arndts Team zeigten nun, dass die Entwicklungen von Systemen mit nur einer einzelnen Art in einem kontinuierlichen Durchfluss von Nährmedium wider Erwarten Dynamiken aufweisen, die nicht gradlinig sind, sondern sogar Merkmale von deterministischem Chaos aufweisen.

Das bedeutet, dass unvorhersehbare Schwankungen der Individuenzahlen auch unter ganz konstanten Bedingungen und ohne Interaktionen zwischen verschiedenen Arten oder schwankende Umweltbedingungen entstehen. Diese Daten wurden durch eine Modelluntersuchung, die zusammen mit dem Osnabrücker Theoretiker Frank Hilker durchgeführt wurde, ergänzt. „Das recht einfache und allgemeine Modell, das wir für die Analyse des Zellteilungszyklus entwickelt haben, weist ein bemerkenswertes Spektrum an dynamischem Verhalten auf“, sagt Johannes Werner, Erstautor der Studie.

Das beobachtete Phänomen hat grundlegende Konsequenzen für das Verständnis evolutionärer Prozesse, denn die potentielle Koexistenz konkurrierender Arten oder Zelllinien in wechselnder Häufigkeit ist eine wichtige Grundlage für die hohe Biodiversität auf der Erde. „Das Ermöglichen dieser Schwankungen ist für den Schutz der Biodiversität und ihrer Funktionen unerlässlich. Naturschutzgebiete sollten zum Beispiel so groß sein, dass das natürliche Auf und Ab der Individuenzahlen der Arten nicht zur kompletten Auslöschung führt, sondern auch bei extremen Witterungsbedingungen immer Individuen übrig bleiben, die das Überstehen der jeweiligen Art gewährleisten“, erläutert Professor Hartmut Arndt.
 

Inhaltlicher Kontakt:
Professor Dr. Hartmut Arndt
Institut für Zoologie, Allgemeine Ökologie
+49 221 470 3100
Hartmut.ArndtSpamProtectionuni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Jan Voelkel
+49 221 470 2356
j.voelkelSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Zur Publikation:
Intrinsic non-linear dynamics drive single-species systems.
Johannes Werner, Tobias Pietsch, Frank Hilker, Hartmut Arndt
PNAS 119 (44) e2209601119; https://doi.org/10.1073/pnas.2209601119

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news-8337 Wed, 09 Nov 2022 08:40:58 +0100 Presseinladung: Veronika Grimm stellt den Jahresbericht der Wirtschaftsweisen vor https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/presseinladung-veronika-grimm-stellt-den-jahresbericht-der-wirtschaftsweisen-vor Am 9. November 2022 wird der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sein Jahresgutachten 2022/23 der Bundesregierung übergeben / Professorin Dr. Veronika Grimm, Mitglied des Rates, präsentiert das Gutachten in Köln im Rahmen einer Ringvorlesung Das Institut für Wirtschaftspolitik lädt seit Jahrzehnten jedes Jahr ein Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (auch bekannt als „Wirtschaftsweisen“) ein, das jeweils aktuelle Jahresgutachten an der Universität zu Köln vorzustellen. Am 14. November 2022 präsentiert Professorin Dr. Veronika Grimm das Jahresgutachten des Sachverständigenrats 2022/23.

Termin:
Montag, 17:45 bis 19:15 Uhr
„Präsentation des Jahresgutachtens des Sachverständigenrats 2022/23“
Aula 2, Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln

Der Sachverständigenrat ist das bekannteste Gremium der ökonomischen Politikberatung in Deutschland. In den Jahresgutachten analysieren die Ratsmitglieder die zentralen wirtschaftspolitischen Themen aus ökonomischer Sicht und leiten daraus Handlungsempfehlungen ab. Diese Veranstaltung erfreut sich großer Beliebtheit bei Studierenden und in der interessierten Öffentlichkeit.

Die Ringvorlesung „Migration aus wirtschaftspolitischer Perspektive“ wird organisiert vom Institut für Wirtschaftspolitik (iwp) an der Universität zu Köln. Das iwp wurde 1950 als unabhängiges wirtschaftswissenschaftliches Forschungsinstitut von Professor Dr. Dr. h.c. Alfred Müller-Armack, einem Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft, und Dr. h.c. Franz Greiß gegründet. Die vorrangige Aufgabe des Instituts liegt in der Untersuchung aktueller grundlegender Probleme im Bereich der Wirtschaftspolitik. Das besondere Augenmerk gilt dabei ordnungspolitischen Fragestellungen und den für eine funktionsfähige Soziale Marktwirtschaft erforderlichen institutionellen Rahmenbedingungen. Ein gemeinnütziger Fördererkreis unterstützt die Arbeit des Instituts.

Die Ringvorlesung wird von der Otto Wolff Stiftung sowie im Rahmen der Universitäts-Förderinitiative „Dialog Wissenschaft und Praxis“ der Hanns Martin Schleyer-Stiftung und der Heinz Nixdorf Stiftung gefördert.

Inhaltlicher Kontakt:      
Felix Mindl
Institut für Wirtschaftspolitik
+49 221 470 5680
mindlSpamProtectionwiso.uni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Robert Hahn
+49 221 470 3107
r.hahnSpamProtectionverw.uni-koeln.de

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news-8326 Tue, 08 Nov 2022 06:43:54 +0100 Viel Fett, wenig Kohlenhydrate: Wie ketogene Diät bei Zystennieren helfen könnte https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/viel-fett-wenig-kohlenhydrate-wie-ketogene-diaet-bei-zystennieren-helfen-koennte Eine klinische Studie zeigt erste positive Ergebnisse von ketogenem Stoffwechsel bei Patient*innen mit Zystennieren / Vorstellung auf dem Kongress „Kidney Week“ der American Society of Nephrology Eine Studie zeigt, dass Ketose – ein Zustand, in dem der Körper primär Nahrungsfette als Energielieferanten nutzt – positive Auswirkungen auf die Nierenfunktion von Menschen haben kann, die von der vererbbaren polyzystischen Nierenerkrankung betroffen sind. Die auch als ADPKD oder Zystennieren bekannte Krankheit ist die häufigste genetische Nierenerkrankung und verursacht circa 10 Prozent aller Fälle von Nierenversagen. An der Kölner Keto-ADPKD Studie nahmen 63 betroffene Patient*innen teil. Ziel der Studie war es, die Umsetzbarkeit, Wirksamkeit und Sicherheit von ketogener Diät als Therapie für Menschen mit ADPKD nachzuweisen. Die Ergebnisse der Studie wurden nun auf dem Kongress „Kidney Week“ der American Society of Nephrology vorgestellt.

Für die Studie wurden die Patient*innen in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe ernährte sich drei Monate ketogen, also kohlenhydrat- und zuckerarm, aber fettreich. Die zweite Gruppe machte im Studienzeitraum jeden Monat drei Tage Wasserfasten, was ebenfalls zum ketogenen Stoffwechsel führt. Die dritte Kontrollgruppe richtete sich nach den gängigen Ernährungsempfehlungen, welche Ärzt*innen üblicherweise bei ADPKD geben: die Salzzufuhr verringern und mehr als 2-3 Liter pro Tag trinken. Das Ziel, die Machbarkeit der Ernährungsumstellung, wurde als Kombination aus einem Fragebogen und einem Stoffwechseltest, der die Ketose und damit die Umsetzung der Diät nachweisen kann (β-Hydroxybuttersäure im Blut, Aceton in der Atemluft), definiert. 91 Prozent der Patient*innen auf ketogener Ernährung und 89 Prozent in der Wasserfasten-Gruppe werteten die Ernährung im Fragebogen als machbar.

Eine Ketose ließ sich in der Messung bei 85 Prozent der Teilnehmer*innen während allen drei Phasen des Wasserfastens nachweisen, 78 Prozent der ketogenen Diätgruppe zeigten zu allen drei Messzeitpunkten während der Ernährung höhere Werte als vor Beginn.

Bereits nach drei Monaten zeigten sich bei wichtigen Parametern wie der Nierengröße und der Nierenfunktion positive Signale bezüglich ADPKD. Während die Nieren unter ketogener Ernährung kleiner wurden, nahmen sie in der Kontrollgruppe an Größe zu. Dieses Ergebnis erreichte jedoch knapp nicht den bei klinischen Studien üblichen statistischen Schwellenwert (p = 0,08). Anders war dies bei der Entwicklung der Nierenfunktion. „Bemerkenswert ist vor allem, dass sich bei Teilnehmer*innen unter ketogener Ernährung die Nierenfunktion während der Studie im Vergleich zur Kontrollgruppe statistisch signifikant positiver entwickelt hat. Das hatten wir in Anbetracht der mit drei Monaten eher kurzen Behandlungsdauer noch gar nicht in dieser Form erwartet“, sagt Professor Dr. Roman-Ulrich Müller, der Leiter der Studie. „Trotz dieser Erfolge genügen die Daten sicher noch nicht für eine allgemeine Empfehlung zu ketogener Ernährung bei ADPKD.“

Um die Ergebnisse zu bestätigen, benötigen Müller und sein Team eine Finanzierung für größere Studien an mehreren Zentren und mit längerer Beobachtung. Auch ist es aus Sicht der Forscher*innen wichtig, weitere Daten zur Sicherheit zu gewinnen. Hierbei sieht Müller insbesondere das potenzielle Risiko von Nierensteinen als wichtigen Aspekt an, denn zwei der Teilnehmer*innen in der Gruppe mit ketogener Diät zeigten während der Ernährung einen symptomatischen Nierenstein. Dies bedeute auch, dass eine ketogene Ernährung bei ADPKD in jedem Fall nur unter Beratung und Begleitung eines hierbei erfahrenen Nierenfacharztes durchgeführt werden sollte, der über dieses Risiko beraten, es einschätzen und gegebenenfalls vorbeugende Maßnahmen einleiten kann.

„Wir sind mit den Ergebnissen der Studie sehr zufrieden, weil sie Daten aus der Grundlagenforschung mit Mäusen bestätigen“, so Müller. Erst 2019 veröffentlichte der Kölner Alumnus Professor Dr. Thomas Weimbs, der nun an der University of California forscht, im Fachjournal Cell Metabolism den positiven Effekt der ketogenen Diät auf die Zystennieren-Erkrankung in Tiermodellen. Müller ergänzt: „Es ist außergewöhnlich, dass wir so zeitnah nun auch Daten aus einer klinischen Studie vorlegen können. Ganz entscheidend war hierbei die Unterstützung durch die Patient*innen, bei denen wir uns bedanken möchten.“ Gefördert wurde die Studie durch die amerikanische PKD Foundation, einer gemeinnützigen Organisation, die sich auf die Erforschung der polyzystischen Nierenerkrankung spezialisiert hat. Zusätzliche Unterstützung kam von der deutschen Marga und Walter Boll-Stiftung, die sich ebenfalls für die Forschung bei Nierenerkrankungen einsetzt.

Warum ist ein ketogener Stoffwechsel von Vorteil bei ADPKD?

Bei der polyzystischen Nierenerkrankung sind die Funktionseinheiten der Nieren betroffen, die Nephrone. Diese entwickeln Zysten – mit Wasser gefüllte Säcke – welche die Nierenfunktion erheblich einschränken können. Mehr als 50 Prozent der Betroffenen werden im Alter von 50 bis 60 Jahren ihre Nierenfunktion endgültig verloren haben, sodass eine Dialysebehandlung (Blutwäsche) oder eine Nierentransplantation zum Ersatz der Nierenfunktion notwendig werden. Ziel der Behandlung ist, die Nierenfunktion zu erhalten und das mit der Erkrankung verbundene Größenwachstum der Nieren, welches häufig Beschwerden verursacht, zu verhindern. Durch die Umstellung der Ernährung passt sich der Körper an und wechselt seinen Stoffwechsel von der Kohlenhydrat-/Zuckerverbrennung (Glykolyse) zur Ketose, der Verbrennung von Fetten. Im Tiermodell wurde zuvor gezeigt, dass der Stoffwechselzustand der Ketose wichtig ist, um das Fortschreiten der Zystennierenerkrankung zu hemmen, da die Zystenzellen sich nicht an den geänderten Stoffwechsel anpassen können.

Inhaltlicher Kontakt:
Professor Dr. Roman-Ulrich Müller
+49 221 478 30966
roman-ulrich.muellerSpamProtectionuk-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Dr. Anna Euteneuer
+49 221 470 1700
a.euteneuerSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Weitere Informationen:
Meldung zum Studienstart:
https://uni.koeln/YVJGL
Zur Klinischen Studie:
https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04680780?cond=ADPKD&draw=2&rank=1   

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news-8325 Mon, 07 Nov 2022 11:32:32 +0100 Lehramtsstudierende haben geringeres fachliches Selbstvertrauen durch Corona-Pandemie https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/lehramtsstudierende-haben-geringeres-fachliches-selbstvertrauen-durch-corona-pandemie Studie zeigt Unterschiede von Lehramtsstudierenden vor und während der Pandemie auf Lehramtsstudierende, die während der Corona-Pandemie studiert haben, entwickelten ein geringeres Vertrauen in die eigene fachliche Kompetenz (Selbstwirksamkeitsüberzeugung) als ihre Kommiliton*innen, die davor studiert haben. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Forscher*innen des Projektes "Heterogenität und Inklusion gestalten: Zukunftsstrategie Lehrer*innenbildung" (ZuS), das Teil der bundesweiten BMBF-geförderten "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" ist. Die Wissenschaftler*innen untersuchten, wie sich die Selbstwirksamkeitsüberzeugungen (SEB) von Lehramtsstudierenden während ihres dreijährigen Bachelorstudiums verändern und wie diese Veränderungen durch praktische Lernangebote erklärt werden können. Die Ergebnisse wurden im September 2022 in der Zeitschrift für Bildungsforschung veröffentlicht.

In der Studie wurden zwei Gruppen aus dem Lehramtsstudium (Bachelor) der Universität zu Köln untersucht: Gruppe A hatte ihr Lehramtsstudium im Wintersemester 2015/2016 und Gruppe B drei Jahre später im Wintersemester 2018/2019 begonnen. Alle Studienteilnehmer*innen wurden zu jeweils drei Zeitpunkten befragt. Während Gruppe A (n=210) die Situation im Bachelor-Studium vor der Pandemie repräsentiert, wurde Gruppe B (n=111) im März 2020 mit der Pandemie konfrontiert, bevor sie in das vierte Semester des Sommersemesters eintrat. Vier zentrale Forschungsfragen wurden betrachtet.

Entgegen der Erwartungen konnte kein Anstieg der SEBs am Ende des dreijährigen Bachelorstudiums festgestellt werden, sondern vielmehr ein Rückgang. Dieser fiel stärker für die Gruppe aus, die unter Pandemie-Bedingungen studieren musste. Als Folge hatten Studierende, die vor der Pandemie studiert hatten, am Ende ihres Bachelorstudiums etwas höhere SEBs, als diejenigen, die während der Pandemie studieren mussten. Damit konnten unterschiedliche Entwicklungen beider Gruppen festgestellt werden, die zu unterschiedlichen Kompetenzständen am Ende des Bachelor-Studiums führten. Unterschiedlich hoch ist zum Beispiel das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Störungen im Unterricht zu unterbinden oder auch solche Schüler*innen zu motivieren, die in der Schule häufig Misserfolge erzielen.

Die Wissenschaftler*innen vermuten als zentrale Erklärung dieser unterschiedlichen Entwicklungen die wenigen Möglichkeiten, im schulpraktischen Alltag zu lernen, da aufgrund der Corona-Pandemie in Nordrhein-Westfalen wiederholt die Schulen geschlossen wurden. Tatsächlich berichtete die Gruppen von Studierenden, die während der Pandemie ihr Bachelor-Studium durchlief, systematisch weniger praktische Lernmöglichkeiten erhalten zu haben. Dies wirkte sich beispielsweise auf die Planung und Durchführung erster Unterrichtsversuche als angehende Lehrperson aus.

Die Autor*innen der Studie konnten komplexe Wirkzusammenhänge aufzeigen: Studieren während der Pandemie hatte zugleich negative Einflüsse sowohl auf die schulpraktischen Lerngelegenheiten als auch auf die Entwicklung der SEBs der Lehramtsstudierenden. Darüber hinaus wirkte sich die reduzierte Schulpraxis während COVID-19 negativ auf die Entwicklung des SEBs der Lehramtsstudierenden aus.

Die Autor*innen verweisen auf die Nachteile, die angehende Lehrpersonen in ihrer Ausbildung durch die veränderten Rahmenbedingungen der Pandemie, vor allem in Form der Schulschließungen, erleben mussten. Sie empfehlen daher im Hinblick auf die Ergebnisse, dass die Rückkehr zu uneingeschränkten praktischen Lernmöglichkeiten für Lehramtsstudierende von entscheidender Bedeutung ist und weiterhin – auch unter Bedingungen der Pandemie – hohe Priorität haben sollte.
 

Inhaltlicher Kontakt:     
Prof. Dr. Johannes König
ZuS-Handlungsfeldleitung „Qualitätssicherung“
johannes.koenigSpamProtectionuni-koeln.de

Dr. Daniela Jäger-Biela
Wissenschaftliche Mitarbeiterin ZuS-Handlungsfeld Qualitätssicherung
daniela.jaeger-bielaSpamProtectionuni-koeln.de

Kristina Gerhard
Wissenschaftliche Mitarbeiterin ZuS-Handlungsfeld Qualitätssicherung
kristina.gerhardSpamProtectionuni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Robert Hahn
+49 221 470 2396
r.hahnSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Link zur Publikation:
https://link.springer.com/article/10.1007/s35834-022-00357-3

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news-8310 Thu, 03 Nov 2022 09:43:09 +0100 Studie: Bevölkerung unterstützt Klimaschutz eher, wenn auch andere Länder investieren https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/studie-bevoelkerung-unterstuetzt-klimaschutz-eher-wenn-auch-andere-laender-investieren Internationale Klimaabkommen sind nicht nur wichtig, um weltweit Kohlendioxid zu reduzieren, sie lohnen sich auch aus innenpolitischer Sicht / Veröffentlichung in „Nature Communications“ Menschen sind eher bereit, Kosten für Klimaschutzmaßnahmen mitzutragen, wenn sich andere Länder ebenfalls engagieren. Das zeigt eine Studie von Professor Dr. Michael Bechtel, Mitglied des Exzellenzclusters ECONtribute (Universität zu Köln), Professor Dr. Kenneth Scheve (Yale University) und Elisabeth van Lieshout (Stanford University). Die Studie ist in der Fachzeitschrift Nature Communications erschienen.

Die Forschenden haben in repräsentativen Feldstudien untersucht, ob es von der Klimapolitik im Ausland abhängt, wie sehr die eigene Bevölkerung kostspielige Klimaschutzmaßnahmen befürwortet. Das Ergebnis: Beteiligen sich andere Länder, so steigt die innenpolitische Unterstützung für die Einführung einer CO2-Steuer, weil diese  dann als fairer und effektiver erachtet wird. .

Das Team befragte im Frühjahr 2019 insgesamt 10.000 Bürger:innen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA. Die Teilnehmenden sollten unter anderem angeben, wie sehr sie die Einführung einer CO2-Steuer unterstützten oder ablehnten. 60 Prozent der Befragten befürworteten die Steuer, wenn auch andere Länder eine solche einführten. Gab es jedoch im Ausland keine Steuer, stimmten nur 53 Prozent zu. „Wir stellen auch fest, dass Menschen bei einer internationalen Einbettung innenpolitischer Klima-Maßnahmen eher glauben, dass diese Reformen sich positiv auf soziale, wirtschaftliche, und ökologische Nachhaltigkeitsziele auswirken“, sagt Michael Bechtel.

In einer zweiten Untersuchung gingen die Forschenden der Frage nach, ob die Kosten des Klimaschutzes innenpolitisch breiter akzeptiert würden, wenn andere Länder ehrgeizigere und somit kostenintensiviere Maßnahmen etablierten. Sie befragten die Teilnehmenden, unter welchen Umständen sie steigenden Kosten für CO2-Emissionen zustimmen würden. Stiegen die monatlichen Haushaltskosten von einem niedrigen auf ein höheres Niveau an, im Falle Deutschlands zum Beispiel von monatlich 39 auf 77 Euro pro Haushalt, so sank die Unterstützung um sieben Prozentpunkte, wenn der CO2-Preis im Ausland niedrig blieb. Wurde der Betrag jedoch auch im Ausland angehoben, sank die Zustimmung für einen höheren CO2-Preis im eigenen Land durchschnittlich nur um nur etwa fünf Prozentpunkte. „Auch wenn steigende Kosten klimapolitische Maßnahmen unpopulärer machen, ist die Bevölkerung doch eher bereit, eine höhere Kostenlast zu akzeptieren, wenn andere ebenfalls mehr tun“, erläutert Bechtel.

Klimaschutzmaßnahmen im Ausland spielen laut der Studie somit eine entscheidende Rolle für die politische Unterstützung kostenintensiver Klimapolitik im eigenen Land. „In funktionierende internationale Abkommen zu investieren, lohnt sich also nicht nur aus naturwissenschaftlicher, sondern auch aus politischer Sicht“, so Bechtel.

ECONtribute ist der einzige von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Exzellenzcluster in den Wirtschaftswissenschaften, getragen von den Universitäten in Bonn und Köln. Der Cluster forscht zu Märkten im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Ziel ist es, Märkte besser zu verstehen und Marktversagen in Zeiten sozialer, technologischer und wirtschaftlicher Herausforderungen – wie zunehmender Ungleichheit, globalen Finanzkrisen und Digitalisierung – mit einer neuen Herangehensweise zu analysieren.


Inhaltlicher Kontakt:
Professor Dr. Michael Bechtel
ECONtribute, Universität zu Köln
+49 221 470 2851
m.bechtelSpamProtectionuni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Carolin Jackermeier
PR Manager ECONtribute
+49 221 470 7258
jackermeierSpamProtectionwiso.uni-koeln.de

Charlotte Pekel
Junior Science Editor ECONtribute
+49 221 470 76035
pekelSpamProtectionwiso.uni-koeln.de

Veröffentlichung:
https://doi.org/10.1038/s41467-022-33830-8

 

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news-8304 Wed, 02 Nov 2022 12:07:18 +0100 Videos geben authentischen Einblick in das Studienangebot der Uni Köln https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/videos-geben-authentischen-einblick-in-das-studienangebot-der-uni-koeln Mit einem neuen Videoangebot, das Studiengänge aus Sicht von Studierenden präsentiert, möchte die Universität die Entscheidung für ein passendes Studium erleichtern. Die Universität zu Köln hat auf ihrem Youtube-Kanal die ersten Videos zur Präsentation von Studiengängen veröffentlicht. In den Videos werden jeweils einzelne Studiengänge vorgestellt. Das Besondere daran ist, dass dies aus Sicht von Studierenden geschieht. So soll Studieninteressierten ein authentischer, nahbarer Einblick in die Inhalte und Strukturen sowie die möglichen Berufsperspektiven des jeweiligen Studiengangs gegeben werden. Mit dem neuen Videoangebot möchte die Universität die Orientierung in ihrem umfangreichen Studienangebot und die Entscheidung für ein geeignetes Studium erleichtern.

Die Videos zu den einzelnen Studiengängen sind ein neues, wesentliches Element des Studienorientierungsportals der Universität. Das Studienorientierungsportal entstand Ende 2021 im Rahmen des Projekts "Erfolgreich Studieren", an dem alle relevanten Akteur:innen aus Fächern, Verwaltung und Technik sowie Studierende mitgewirkt haben. “Unsere Studiengangvideos sind gezielt auf die Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern ausgerichtet, die sich für ein Studium an unserer Universität interessieren. In den Videos beantworten wir Fragen, die sich viele von ihnen vor der Bewerbung für ein Studium stellen. Damit ergänzen die Videos hervorragend unsere Online-Self-Assessments im Studienorientierungsportal”, erläutert Professorin Dr. Beatrix Busse, Prorektorin für Lehre und Studium an der Universität zu Köln.

Bisher gibt es Videos zu den Studiengängen Archäologie, Chemie, Dolmetschen: Deutsche Gebärdensprache – Deutsch, Geophysik und Meteorologie, Gesundheitsökonomie und Rechtswissenschaften. Das Angebot wird kontinuierlich erweitert.

 

Inhaltlicher Kontakt:
Adam Polczyk
Ansprechperson Studiengangvideos
+49 221 470-1856
a.polczykSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Mathias Martin
+49 221 470-1705
m.martinSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Link zum Studienorientierungsportal:
https://studienorientierung.uni-koeln.de/

Link zu den Studiengangvideos:
https://ucampus-tube.uni-koeln.de/

Youtube-Kanal der Universität zu Köln:
https://www.youtube.com/c/UniversitaetzuKoeln

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news-8300 Mon, 31 Oct 2022 10:49:56 +0100 Luisa de Cola hält Emanuel-Vogel-Lecture https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/luisa-de-cola-haelt-emanuel-vogel-lecture Die italienische Chemikerin ist Expertin für lumineszente und elektrolumineszente Systeme und molekulare Verkapselung, um Biomoleküle im menschlichen Körper zu transportieren und freizusetzen Am Montag, 7. November 2022, feiert das Institut für Organische Chemie am Department für Chemie die Emanuel-Vogel-Lecture. Frau Professorin Dr. Luisa De Cola von der Universität Mailand wird in diesem Jahr als Preisträgerin den Fest-Vortrag zum Thema „Self-assembly of luminescent metal complexes in solution and in vivo“ halten. Der Vortrag wird um 17:00 Uhr im Kurt-Alder-Hörsaal der Chemischen Institute stattfinden.

Termin:
Montag, 7. November, 17:00 bis 18:00 Uhr
Kurt-Alder-Hörsaal der Chemischen Institute
Greinstraße 4-6
50939 Köln

Dieser Tag wird zu Ehren des Wissenschaftlers Emanuel Vogel gefeiert, der dort von 1961 an, als Nachfolger des Nobelpreisträgers Kurt Alder, bis zu seiner Emeritierung 1997, einen Lehrstuhl für Organische Chemie innehatte. Gegenstand seiner Forschung und vieler Publikationen war die Chemie aromatischer Verbindungen wie der Annulene und Porphyrin-Analoga, wo er mit einer großen Zahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern grundlegende Erkenntnisse erzielen konnte, die zu unserer Vorstellung der Aromatizität entscheidend beitragen. Die Lecture ist eine Schenkung des Vogel-Schülers Dr. Engelbert Zass.

Das Department für Chemie kann damit der von Emanuel Vogel begründeten Tradition der Kurt Alder-Lecture eine weitere Namens-Vorlesung zu Ehren eines herausragenden Wissenschaftlers hinzufügen. Im Sinne echter wissenschaftlicher Traditionspflege, wie es Emanuel Vogels Anliegen war, wird mit Luisa De Cola eine Wissenschaftlerin ausgezeichnet, die wegweisende wissenschaftliche Arbeiten publiziert hat, die auch im Bezug zur Forschung Emanuel Vogels stehen.

Die Forschungsschwerpunkte von Luisa De Cola sind lumineszente und elektrolumineszente Systeme und deren Einsatz in nano- und mesoporösen Materialien für die Bio- und Nanomedizin. Sie interessiert sich auch für neue Methoden der molekularen Verkapselung, um Biomoleküle im menschlichen Körper transportieren und ortsselektiv wieder freisetzen zu können. In Kombination mit ihrer Lumineszenz eignen sich diese Systeme auch für die medizinische Bildgebung.

Die Preisträgerin erhält als Ehrenpreis die Grafik eines Porphyrin-Moleküls, eines jener Moleküle, die von Emanuel Vogel erforscht wurden. Die künstlerische Umsetzung ist ein Werk Hermann Josef Roths.

Inhaltlicher Kontakt:
Professor Dr. Stephanie Kath-Schorr
Department für Chemie
 +49 221 470 4723
skathschSpamProtectionuni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Robert Hahn
+49 221 470 3107
r.hahnSpamProtectionverw.uni-koeln.de

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news-8299 Mon, 31 Oct 2022 10:18:11 +0100 Universität zu Köln erhält zum 3. Mal in Folge Total E-Quality Prädikat für Chancengleichheit und Vielfalt https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/universitaet-zu-koeln-erhaelt-zum-3-mal-in-folge-total-e-quality-praedikat-fuer-chancengleichheit-und-vielfalt Auszeichnung für vorbildliches Engagement im Bereich Chancengleichheit und Diversität / Prädikatsvergabe fand am 25.10.22 in Erfurt statt. Als eine von 59 Preisträger*innen aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung wurde die Universität zu Köln, nach 2014 und 2018, am 25.10.2022 vom TOTAL E-QUALITY Verein mit dem gleichnamigen Zertifikat für ihr „vorbildliches Engagement“ bei der Verankerung und dem Ausbau von Maßnahmen im Bereich Chancengerechtigkeit ausgezeichnet. Neben einer Vielzahl an Maßnahmen in den Bereichen Geschlechtergerechtigkeit und Inklusion, Aktivitäten zur chancengerechten Personalarbeit und zur Vereinbarkeit unterschiedlicher Lebenswirklichkeiten, begrüßte die Jury unter anderem die Bestrebungen, in den kommenden Jahren insbesondere die Felder Rassismuskritik, LSBTIQ* und Bildungsgerechtigkeit auszubauen.

„Wir freuen uns sehr über die erneute Auszeichnung“, erklärt Prof. Dr. Stephan Michael Schröder, Prorektor für akademische Karriere und Chancengerechtigkeit. „Das Prädikat ist nicht nur ein wichtiges sichtbares Zeichen für unsere Beschäftigten, Studierenden, für Studieninteressierte und Bewerber*innen. Auch für uns selbst ist der Bewerbungsprozess für das Prädikat immer zugleich eine Gelegenheit, unsere Maßnahmen und Entwicklungen kritisch in den Blick zu nehmen und Entwicklungsziele zu schärfen.“ 

Das Prädikat des Vereins TOTAL E-QUALITY Deutschland e.V. wird seit über 20 Jahren für jeweils drei Jahre an Organisationen in ganz Deutschland vergeben, die sich nachhaltig für Chancengleichheit engagieren. Insgesamt wurden bislang mehr als 357 Organisationen ausgezeichnet, und insgesamt ca. 2 Millionen Beschäftigte und 900.000 Studierende profitieren von der chancengerechten Personalpolitik.

 

Inhaltlicher Kontakt:
Dr.‘ Britt Dahmen
Referat Gender & Diversity Management
E-Mail: b.dahmenSpamProtectionverw.uni-koeln.de
https://vielfalt.uni-koeln.de

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news-8297 Fri, 28 Oct 2022 10:21:10 +0200 Marsoberfläche: Meteoriteneinschläge liefern neue Details zur Planetenkruste https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/marsoberflaeche-meteoriteneinschlaege-liefern-neue-details-zur-planetenkruste Nach zwei großen Meteoriteneinschlägen auf dem Mars beobachteten Forschende erstmals außerhalb der Erde direkte seismische Wellen, die sich entlang der Oberfläche eines Planeten ausbreiteten / Veröffentlichung in „Science“ Daten zweier Meteoriteneinschläge auf dem Mars, die von der NASA-Sonde InSight aufgezeichnet wurden, liefern neue Erkenntnisse über die Struktur der Marskruste. Bereits früher beobachteten die Forschenden viele Beben, deren Wellen sich vom jeweiligen Bebenherd durch den tiefen Mars hindurch ausbreiteten. Seither hofften sie auf ein Ereignis, das auch Wellen erzeugt, die entlang der Planetenoberfläche reisen. Am 24. Dezember 2021 war es so weit: Ein Meteoritenimpakt auf dem Mars in rund 3500 Kilometer Entfernung zu InSight hat einen über 100 m durchmessenden Krater erzeugt – und die ersehnten Oberflächenwellen. Auch bei einer zweiten Erschütterung konnten die Forschenden als Quelle einen Meteoriteneinschlag in knapp 7500 Kilometer Distanz zu InSight ausmachen. Eine Auswertung dieser beiden Ereignisse, an der Dr. Brigitte Knapmeyer-Endrun und Sebastian Carrasco vom Institut für Geologie und Meteorologie der Universität zu Köln beteiligt waren, ist jetzt in der Zeitschrift Science erschienen.

Die Oberflächenwellen sind für die Forschenden deshalb so wichtig, da sie Informationen über die Struktur der Marskruste liefern. Die Raumwellen, die bei den Beben durch das Innere des Planeten reisen, ermöglichten bisher zwar bereits Erkenntnisse über den Marskern, den Mantel und die Kruste. Bei der Kruste ist jedoch, wie auf der Erde, die größte Heterogenität zu erwarten, und die bisherigen Daten bezogen sich nur auf eine Stelle auf dem Planeten. „Bislang beruhte unser Wissen über die Marskruste auf nur einer Punktmessung unter dem InSight-Lander“, sagt Dr. Doyeon Kim, Oberassistent am ETH-Institut für Geophysik und Erstautor der Studie. Das Resultat der Analyse der Oberflächenwellen überraschte den Geophysiker: Zwischen den Einschlagsorten und dem Seismometer von InSight hat die Marskruste im Durchschnitt eine sehr einheitliche Struktur und eine hohe Dichte. Direkt unter der Sonde hingegen hatten die Forschenden zuvor drei Schichten der Kruste nachgewiesen und eine geringere Dichte gemessen. Insbesondere die oberflächennahe Schicht, die unter InSight etwa 10 km dick ist und sich durch niedrige seismische Geschwindigkeiten und geringe Dichte auszeichnet, ist in den neuen Daten nicht zu sehen.

Da die Einschläge sehr deutliche Krater hinterlassen haben, die man in Fotos aus dem Orbit sieht, ist dies das erste Mal, dass die Forschenden genau bestimmen können, dass die seismischen Daten der InSight-Sonde von weit entfernten Impakten stammen. Durch eine dichte Staffelung der Fotos in den Umlaufbahnen konnte zudem zeitlich gut eingegrenzt werden, wann die Krater entstanden sind. Dies passt genau zu den Zeitpunkten, an denen die seismischen Signale registriert wurden.

Außerhalb der Erde wurden in der Studie erstmals Einschläge mit verschiedenen Methoden (seismisch und fotografisch) nachgewiesen. Da es sich bei Meteoriteneinschlägen naturgemäß um Quellen an der Planetenoberfläche handelt, könnte dies erklären, warum bisher noch keine Oberflächenwellen beobachtet werden konnten - weil Quellen wie etwa die Marsbeben, die in größeren Tiefen stattfinden, die Oberfläche nicht so gut anregen. Zu wissen, welche Eigenschaften Signale von bestimmten Impakten haben, hilft den Forschenden, sie besser in den InSight-Daten zu erkennen, einzuordnen und für Modelle zu nutzen.

„Die neuen Erkenntnisse sind darum so interessant, weil die Kruste eines Planeten wichtige Hinweise auf die Entstehung und Entwicklung des Himmelskörpers gibt. Sie ist das Ergebnis von frühen dynamischen Vorgängen im Mantel und den nachfolgenden magmatischen Prozessen“, erklärt Dr. Brigitte Knapmeyer-Endrun. „Deshalb kann sie Aufschluss geben über die Bedingungen vor Milliarden von Jahren und die Geschichte der Einschläge, die in der Frühzeit des Planeten Mars besonders häufig waren.“

Die Geschwindigkeit, mit der sich die Oberflächenwellen ausbreiten, hängt von deren Frequenz ab. Misst man über verschiedene Frequenzen hinweg, wie sich die Geschwindigkeit in den seismischen Daten verändert, so kann man daraus schließen, wie sich die Geschwindigkeit in unterschiedlichen Tiefen verändert, denn niedrigere Frequenzen sind für größere Tiefen empfindlich. Daraus wiederum lässt sich die durchschnittliche Dichte des Gesteins abschätzen, weil die seismische Geschwindigkeit auch von den elastischen Eigenschaften des Materials abhängt, durch das die Wellen sich fortbewegen. So konnten die Forschenden die Struktur der Kruste in einer Tiefe von rund 5 bis 30 Kilometer unter der Marsoberfläche bestimmen.

Nun wollte das Team verstehen, warum die durchschnittliche Geschwindigkeit der beobachteten Oberflächenwellen beträchtlich höher war, als sie aufgrund der früheren Punktmessung unter der Marssonde InSight erwartet hätten. Liegt das am Oberflächengestein oder an anderen Mechanismen? Vulkanisches Gestein weist in der Regel höhere seismische Geschwindigkeiten auf, und die Wege zwischen den beiden Meteoriteneinschlägen und dem Messort führen durch eine der größten vulkanischen Regionen auf der nördlichen Hemisphäre des Mars.

Verschiedene Mechanismen – wie die Bildung von Oberflächenlava oder die Schließung von Porenräumen durch Erhitzung im Zusammenhang mit vulkanischen Prozessen – können die Geschwindigkeit der seismischen Wellen erhöhen. „Andererseits könnte die Krustenstruktur unter dem Landeplatz von InSight auf eine einzigartige Art entstanden sein, beispielsweise als bei einem großen Asteroideneinschlag vor über drei Milliarden Jahren Material ausgeworfen wurde. Dann ist die Krustenstruktur unter der Sonde wahrscheinlich nicht repräsentativ für die allgemeine Krustenstruktur auf dem Mars“, erklärt Kim.

 

Inhaltlicher Kontakt:
Dr. Brigitte Knapmeyer-Endrun
Institut für Geologie und Mineralogie
+49 221 470 7130
brigitte.knapmeyer-endrunSpamProtectionuni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Jan Voelkel
+49 221 470-2356
j.voelkelSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Zur Publikation:
https://www.science.org/doi/10.1126/science.abq7157

 

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news-8286 Wed, 26 Oct 2022 16:21:45 +0200 Neuer Faktor für die Entstehung von vererbbarem Nierenkrebs entdeckt https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/neuen-faktor-fuer-die-entstehung-von-vererbbarem-nierenkrebs-entdeckt Wissenschaftler*innen haben den Verlust des Proteins HIRA (Histon-Zellzyklusregulator) als möglichen treibenden Faktor bei einer stark metastasierenden Form von Nierenkrebs identifiziert / Studie in „Science Advances“ eröffnet neue Perspektiven für gezielte Therapien Löschen des Proteins HIRA begünstigt die Vermehrung und Invasion von Tumorzellen in Zellkultur und im Tiermodell. Das fanden Kölner Wissenschaftler*innen um Alexander von Humboldt-Professor Dr. Christian Frezza heraus. Dem vererblichen Leiomyomatose und Nierenzellkarzinom Syndrom, kurz HLRCC, liegt eine Veränderung des Gens zugrunde, welches das Protein Fumarat-Hydratase (FH) produziert. Die Fumarat-Hydratase ist ein Zellprotein, welches maßgeblich an der Energiegewinnung in Zellen beteiligt ist. Doch die Mutation in dem Gen allein führt noch nicht zu der Erkrankung. Weitere Faktoren wie die geringere Produktion von HIRA sind für die Krebsentstehung nötig, was die Wissenschaftler*innen mit Hilfe von CRISPR/Cas9-Screenings in Zellen herausfanden. Die Forschung, die am MRC Cancer Unit der Universität Cambridge begonnen und am Exzellenzcluster für Alternsforschung CECAD der Universität zu Köln abgeschlossen wurde, ist nun unter “HIRA loss transforms FH-deficient cells“ im Fachjournal Science Advances veröffentlicht.
„Aufgrund unserer Studie zum Mechanismus der möglichen Krebsentstehung kann ein Modell für HLRCC-Nierentumore entwickelt werden, welches neue Perspektiven für gezielte Therapien eröffnen kann“, sagt Dr.‘in Lorea Valcarcel, Erstautorin der Studie. 
Mechanistisch gesehen aktiviert der Verlust von HIRA das Protein MYC, ein bekanntes Onkogen. Als Onkogene werden Gene und Proteine bezeichnet, die die Tumorbildung durch seine Funktion und die Aktivierung weiterer Proteine positiv beeinflusst. 
Auch bei betroffenen HLRCC Patient*innen konnten die Wissenschaftler*innen eine Reduktion der Fumarat-Hydratase und HIRA Proteine nachweisen im Vergleich zu Proben von gesunden Menschen. Zudem zeigte ein Vergleich von Tumorbiopsien von zwei Patient*innen mit umliegendem Gewebe eine Herunterregelung von HIRA im Tumorgewebe. 

Inhaltlicher Kontakt:
Professor Dr. Christian Frezza
+49 221 478 84308
christian.frezza@uni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Dr. Anna Euteneuer
+49 221 470 1700
a.euteneuer@verw.uni-koeln.de 

Veröffentlichung:
Valcarcel-Jimenez L, Rogerson C, Yong C, Schmidt C, Yang M, Cremades-Rodelgo M, Harle V, Offord V, Wong K, Mora A, Speed A, Caraffini V, Tran MGB, Maher ER, Stewart GD, Vanharanta S, Adams DJ, Frezza C.  HIRA loss transforms FH-deficient cells. Science Advances 2022
https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.abq8297 
 

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