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Wie exklusiv ist die Universität?

Kritische Nachfragen zu Gleichheit und Diversität an deutschen Hochschulen

Eine öffentliche Veranstaltungsreihe der Universitäten Köln, Düsseldorf und Siegen im Sommersemester 2022 und Wintersemester 2022/23, konzipiert und moderiert von Migrations- und Rassismusforscher Mark Terkessidis und unter der Schirmherrschaft der Rektorate der Universitäten Köln, Düsseldorf und Siegen.

Die Veranstaltungen sollen einen Raum zur kritischen Reflexion von bestehenden universitären Strukturen hinsichtlich von Wissenschaftler*innen und Studierenden mit Fluchthintergrund eröffnen, aber auch die Frage stellen, wie die Universität generell mit Diversität umgeht bzw. umgehen sollte.

Wie muss sich Universität auf eine Gesellschaft einstellen, die zunehmend von Mobilität, Migration und auch von Flucht geprägt ist? Wie muss Universität gestaltet sein, damit alle Menschen unabhängig von ihren Voraussetzungen, Hintergründen, Biografien oder auch ihrem Aussehen gleichberechtigt ihren Platz finden können?

Die Vorträge der Reihe stellen die Frage nach bisherigen Erfahrungen, notwendigen strukturellen Veränderungen, Privilegien und Rassismus.

Bitte registrieren Sie sich für die Veranstaltungsreihe unter https://uni-koeln.zoom.us/meeting/register/tJAvf-mqqzwsGdTHru2MI37g8jAejR78dvqS.
Die Registrierung ist für alle Veranstaltungen gültig.

Programm
 

Mittwoch, 27.04.2022, 18.00 – 20.00 Uhr

Fluch und Segen des akademischen Humanitarismus: Ambivalente Erfahrungen geflüchteter Wissenschaftler*innen mit dem deutschen Hochschulsystem

Der Beitrag befasst sich mit der Frage nach der Bedeutung der Erfahrungen von geflüchteten bzw. Wissenschaftler*innen im Exil für tiefergehende Erkenntnisse zu den komplexen und widersprüchlichen Strukturen und Handlungslogik von deutschen Hochschulen im komplexen Gefüge von Internationalisierung, Diversitätsorientierung und Wissenschaftsgetriebenheit. Der Beitrag basiert zum einen auf den eigenen Erfahrungen mit der Implementation von Programmen für geflüchtete Studierende und Wissenschaftler*innen als Mitglied der Hochschulleitung  wie auch auf  Ergebnissen eines Forschungsprojekts zum Thema. Er bietet Einsichten in die Spannungsfelder von Dankbarkeit und der Erfahrung epistemischer Entwertung, von Anerkennung als Wissenssubjekte und Anerkennung als Hilfsbedürftige und den vielfältigen Facetten von ´Risiko´ zwischen politischer Verfolgung und akademischem Prekariat. 

Yasemin Karakaşoğlu (Professorin für Erziehungswissenschaft, Universität Bremen)

Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden. Die Inhalte des Vortrags  werden auch in diesem Artikel behandelt: Zwischen Anerkennung und Entwertung – Konsequenzen aus den Erfahrungen von geflüchteten Studierenden und geflüchteten Wissenschaftler:innen an Hochschulen in Deutschland, Karakaşoğlu et al.: https://media.suub.uni-bremen.de/handle/elib/5893

 

Dienstag, 24.05.2022, 18.00 – 20.00 Uhr

Reclaiming our time. Die Frage der intersektionalen Gerechtigkeit an der Universität

"Mein Beitrag ist ein Versuch der intersektional-rassismuskritschen Ent-Normalisierung unserer institutionellen Wirklichkeit an Universitäten und Hochschulen im deutschsprachigen Raum. Ich gehe dabei von drei Prämissen aus: Erstens, dass rassistisch geprägte Normen, Barrieren und Exklusionen noch nicht grundlegend thematisiert worden sind, zweitens, dass Zeiten der erhöhten Vulnerabilisierung bspw. Corona-Pandemie, Ausbruch eines geopolitisch-nahen Kriegs, Fluchterfahrungen, Konjunktur intersektional-antifeminstischen Hetzekampagnen etc. zu individuell zu lösenden (Lebens-) Risiken für mehrfachvulnerabilisierten Wissenschaftler*innen werden und drittens, dass ‚Institutional Diversity‘ noch immer weitgehend als (kosmetische) Addition zuvor Exkludierter (Fix the Excluded) verstanden wird. Mithilfe der intersektional-rassismuskritschen Respektforschung werde ich multivalente Strategien der Institutionellen Restrukturierung (Fix the Institution) ausloten."

Maisha Auma (Professorin für Kindheit und Differenz, Hochschule Magdeburg-Stendal)

Dieser Vortrag findet auf Deutsch statt und wird in die Deutsche Gebärdensprache (DGS) übersetzt.

 

Mittwoch, 29.06.2022, 18.00 – 20.00 Uhr

Universität und Ungleichheit - Dekoloniale und Schwarzfeministische Perspektiven auf ein komplexes Verhältnis

Dass Universitäten sowie andere Bildungsstätten ausgrenzend und diskriminierend sein können, dass in diesen Bildungsstätten häufig ein ähnlicher Habitus bevorzugt wird und Abweichungen davon es nicht leicht haben, wissen wir bereits seit den breiten soziologischen Studien von Pierre Bourdieu. Was aber wenn Wissensarchive, die Konstruktion des Wissens und Arten wie gewusst werden kann durch Epistemologien des Westens geprägt sind und damit Ausgrenzungen auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden? Der Vortrag widmet sich unter Verwendung Dekolonialer und Schwarzfeministischer Theorie diesen Ausschlussmechanismen, diskutiert die Bedingungen des Entstehens und versucht zu ergründen was das für die Zukunft bedeuten muss. 

Denise Bergold-Caldwell (Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung (CGI), Universität Innsbruck)
 

Dieser Vortrag findet auf Deutsch statt und wird in die Deutsche Gebärdensprache (DGS) übersetzt.

 

Mittwoch, 13.07.2022, 18.00 – 20.00 Uhr

Outsider Insiders: the conditions of inclusion

Investigating the conditions of inclusion can lead us to highlight both subtle, hidden and more obvious manifestations of exclusion. This investigation enables an ethnography of institutions and organisation, from the inside out. The moving dynamics of becoming outsiders on the inside, allows researchers to highlight practices for making and reproducing spaces, whilst also identifying modes through which collectivities come together to disrupt the historical and conceptual connections between bodies and spaces. The lecture will draw on a vast range of research spanning multiple types of organisations, including parliaments, museums, universities and public sites, to offer an analytical framework.

Nirmal Puwar (Reader in Sociology, Goldsmith University of London)

Dieser Vortrag findet auf Englisch statt und wird in die Deutsche Gebärdensprache (DGS) übersetzt.

 

Diese Veranstaltungsreihe wird unterstützt vom Fonds "Gebärdensprach- und Schriftdolmetschen" der Universität zu Köln. Wir bedanken uns für diese Unterstützung.

 
Organisation der Veranstaltungsreihe

Ansprechpartnerinnen: 
Dr. Heike Berner
Judith Nebe, M.A., j.nebeSpamProtectionverw.uni-koeln.de, +49-221-470-76026

Plakatentwurf: Annette Süß